Neumark poliert Reichenbacher Hausarzt-Versorgung auf

Nach 30 Jahren hat Peter Tränkmann genug von der Arbeit im Krankenhaus und steigt in die Praxis seiner Frau ein. Davon profitieren Patienten - und die Kollegen in der Region.

Neumark.

Seit Anfang Juli ist Peter Tränkmann (57) als zweiter Arzt in der Gemeinschaftspraxis mit seiner Frau Birgit Tränkmann tätig. Der Internist hat zuvor 30 Jahre im Kreiskrankenhaus, der heutigen Paracelsus-Klinik, gearbeitet. Seine Frau hat ihre Praxis in Neumark bereits nach der Wende eröffnet.

Der Versorgungsgrad der hausärztlichen Versorgung im Planungsbereich Reichenbach stieg zwischen 1. April und 1. Juli von 80,10 auf 86,6 Prozent. Das teilte Katharina Bachmann-Bux von der Kassenärztlichen Vereinigung auf Anfrage mit. Dabei ist eine Einwohnerzahl von 31.524 Bürgern (Stand 30. September 2017) zugrunde gelegt worden. Die Kuh ist trotzdem nicht vom Eis. Für eine 100-prozentige Versorgung fehlen Hausärzte für 2,5 Stellen (Stand 1. Juli). Außerdem hat zwischen Neumark und Zwickau eine große Hausarztpraxis geschlossen, sodass in Neumark Patienten aus dem angrenzenden Zwickauer Raum erwartet werden.

Die Praxis in Neumark nimmt neue Patienten auf. In der Gemeinde kümmern sich mit dem Ehepaar Tränkmann sowie Thomas Werlich jetzt drei Hausärzte um die Patienten. "Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt einen weiteren Arzt im Ort haben. Überhaupt sind wir in Neumark recht gut ausgestattet", erklärt Bürgermeister Ralf Fester. Die 3000-Seelen-Gemeinde hat aktuell drei Hausärzte, zwei Zahnärzte, Ergo- und Physiotherapie, eine Apotheke und einen Pflegedienst vor Ort. Damit sind die notwendigen Ansprechpartner für die medizinische und pflegerische Versorgung vorhanden. Patienten oder Angehörige finden in der Nähe relativ schnell jemanden, der sich auch kurzfristig um Probleme kümmert. Das kann sogar unnötige Krankenhausaufenthalte vermeiden, zum Beispiel bei älteren Menschen.

Für die Patienten in der Praxis ändert sich wenig. Peter Tränkmann ist als Hausarzt tätig, hält Sprechstunden ab, fährt auch ab und an Bereitschaftsdienste und kann so die hohe Belastung seiner Frau etwas abmildern. Zusätzlich bringt er seine Facharzterfahrungen im Bereich Innere Medizin ein. Da beide Ärzte in der Gemeinschaftspraxis arbeiten, können Patienten auch zu beiden Ärzten gehen. Oder bei Erkrankungen der inneren Organe kann der fachärztliche Rat gleich beim Hausarzt eingeholt werden. Dadurch lässt sich die Arbeit optimieren und mehr vor Ort klären. Fachärzte in der Region werden entlastet, da in einigen Fällen keine Überweisung notwendig ist. Damit entfallen auch lange Wartezeiten auf einen Termin. "Ambulant geht viel zu leisten. Dazu bedarf es gut funktionierender kleiner Einheiten wie hier", sagt Peter Tränkmann. Der Neumarker freut sich auf die neue Herausforderung und darauf, dass er künftig mehr freie Wochenenden hat.

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