Neumarker Firma leistet in Reichenbach Maßarbeit

Die Bauarbeiten am Gemeindehaus hatten gestern einen spektakulären Höhepunkt. Dabei gab das Unternehmen AKB seine Visitenkarte ab.

400 Kilogramm am Kranhaken. Einen anderen Transportweg gab es nicht.
Das Fenster wird von Mitarbeitern der Firma AKB Alu-Kompetenz-Bau in die richtige Lage gebracht. Vom Gemeindesaal aus sollen die Gäste später einen Blick auf einen grünen Altar haben.

Für Sie berichtet: Gerd Möckel

So gut dokumentiert war der Bau des Gemeindehauses im Jahr 1912 nicht. Von der gerade laufenden Modernisierung des im Jugendstil errichteten Hauses am Friedrich-Engels-Platz hingegen gibt es zahlreiche Fotos und Filme. Für besonders viele Aufnahmen von der größten Baustelle der Kirchgemeinde Reichenbach sorgte gestern Vormittag der Einbau einer Fensterfront auf der Hinterseite des Gebäudes: Via Kranausleger schwebte das 3 mal 3,20 Meter große und 400 Kilogramm schwere Fenster 25 Meter hoch über das Dach, gefilmt und fotografiert von vielen Schaulustigen.

"Tolle Maßarbeit, die generalstabsmäßige Planung hat sich gelohnt. Aufgrund der Platzverhältnisse war der Kraneinsatz alternativlos", sagte Kantor Andreas Kamprad, der die nicht alltägliche Aktion für die Gemeinde im Bild festgehalten hat. Mit dem Einbau der Fensterfront kommt das 700.000 Euro kostende Umbau- und Modernisierungs-Projekt weiter voran. Dennoch steht die Wiederinbetriebnahme des Hauses aufgrund eines mehrmonatigen Bauverzugs erst im Februar an. Der für November geplante Termin entfällt, da die Kirche mit der hohen Auslastung des Baugewerbes zu kämpfen hat. Der Zeitverzug ist für die Gemeinde jedoch der einzige, sich aus der Konjunktur der Branche ergebene Nachteil. "Wir haben darauf gesehen, in der Eile keinen Fehler bei der Vergabe von Aufträgen zu machen. Die Qualität stimmt", sagte der Kantor.

Wie bei der Firma AKB Alu-Kompetenz-Bau. Das Neumarker Metallbau-Unternehmen hat den Auftrag für neue Fenster und Türen und wickelt dies in Eigenregie ab - von der Produktion in seiner Werdauer Fertigung bis hin zur Montage. Dabei gibt es bei der Dimensionierung kaum Grenzen, wie AKB-Geschäftsführerin Manuela Siegl im Hinblick auf spektakuläre Fenster-Montagen sagt. "Bei Aufträgen in der Region montieren wir selbst, sonst kommt eine Partner-Firma zum Einsatz."

Und das ist häufig der Fall. Das Unternehmen hat sich auf Fertigung und Montage von Alu-Elementen für Fenster, Türen, Fassaden und Lichtdächer spezialisiert und kann deutschlandweit auf tolle Referenzobjekte verweisen. So hat AKB die Polygon-Fassade eines Gebäudes der Fluggesellschaft Air Berlin gebaut sowie anspruchsvolle Lösungen für einen Verwaltungsbau des Lagertechnikgerätebauers Still gefunden. Auch die Metropolishalle des Filmparks Babelsberg trägt eine Neumarker Handschrift. In Reichenbach hat AKB die Fenster- und Türenfront des Alten Wasserwerks gestaltet, in Kürze erfolgt die Ausstattung des gerade entstehenden DRK-Neubaus.

Auch das Gemeindehaus soll sich nach Umbau und moderner Neugestaltung der Keller- und Erdgeschoss-Räume als jedermann einladendes Haus präsentieren. Dieser Anspruch soll etwa durch den Einsatz von viel Glas verwirklicht werden. Die Fenster sorgen auf Vorder- und Rückseite für lichtdurchflutete Räume. Durch das gestern montierte Fenster können die Gäste des Gemeindesaals dann nach draußen auf eine Art grünen Altar blicken. Dazu wird teilweise der steil aufragende Hang abgetragen, bis eine Altarwirkung erzielt wird. Andreas Kamprad: "Die Arbeiten dazu nehmen wir in Angriff, wenn ihre Finanzierung gesichert ist."

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