Oberschule als Vorzeigebaustelle

Dass es möglich ist, Bauarbeiten ohne Kostenexplosion und Zeitverzögerung auszuführen, zeigt derzeit Lengenfeld an der Oberschule. Doch auch dabei hakte es.

Lengenfeld.

Der Ausbau des Dachgeschosses der Oberschule "Gotthold Ephraim Lessing" in Lengenfeld läuft auch im neuen Jahr zügig weiter. Dafür sorgten die Stadträte noch im vergangenen Jahr mit der Vergabe weiterer Bauaufträge an sechs Firmen, die sich mit dem Innenausbau beschäftigen. Die Parlamentarier gaben knapp 250.000 Euro für diesen Zweck frei.

Entstehen soll im Hauptgebäude der Oberschule eine Kultur- und Freizeiteinrichtung. Das Bauprojekt bewegt sich zurzeit sowohl finanziell als auch zeitlich im zuvor gesteckten Rahmen. Die Fertigstellung ist für den Sommer geplant. Insgesamt sind dann 1,4 Millionen Euro ausgegeben, geht alles weiter nach Plan. 80 Prozent Fördergeld bekommt die Stadt über das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz.

Einziges Problem ist laut Aussage von Architekt Klaus Knüpfer die Unberechenbarkeit zweier Gewerke. Die Stahlbauer und die Dachdecker hätten entweder Fristen nicht eingehalten oder seien zum Teil mit zu wenig Personal vor Ort, dann gehen die Arbeiten nur schleppend vorwärts. Aus den Reihen der Stadträte kam deshalb im Dezember der Hinweis, die Möglichkeit von Vertragsstrafen zu nutzen. Knüpfer sagte dazu: "Wir schöpfen alle Möglichkeiten aus, schneller geht es deswegen aber auch nicht." Er erklärte außerdem, dass die Stadtverwaltung rein rechtlich die Möglichkeit habe, dem Stahlbauer den Auftrag zu entziehen. Das würde aber nichts bringen, weil es auf dem Markt keine Stahlbauer mit freien Kapazitäten gebe, die den Auftrag übernehmen könnten, so der Architekt. Dass das Dach zu Beginn des Winters nicht vollständig gedeckt sei, ärgerte die Stadträte auch. Warum die Firma nicht weiterarbeite und ob Feuchteschäden zu erwarten seien, wollte Stadtrat Volker Sönnichsen (BIL) wissen. Knüpfer konnte dabei Entwarnung geben: "Das Dach ist ausreichend abgedichtet." Das langsame Vorankommen liege daran, dass manchmal nur ein Dachdecker daran arbeitete.

Knüpfer nutzte den Auftritt vor dem Stadtrat, um das Parlament über den wesentlichen Baufortschritt auf dem Laufenden zu halten. Der Dachausbau sei ein sehr komplexes Projekt. Durch den Eingriff in den Dachstuhl gelten die neuen statischen Anforderungen für die Schneelastzonen, die zu beachten sind. Die Dachsparren mussten deshalb verstärkt werden. Das Dach ruhe künftig auf einer Stahlrahmenkonstruktion, die im Zuge des Ausbaus der Innenräume optisch in den Wänden verschwinde. Das Treppenhaus musste außerdem verbreitert werden. Das Gebäude bekommt einen Außenfahrstuhl. Damit sind alle Etagen auch für Menschen mit Behinderungen erreichbar.

Durch den Ausbau der Dachgaupen und zusätzlich Oberlichtfenster entstehen große, helle Räume, die eine Zwischendecke zum Spitzboden abgegrenzt. Damit sich die Stadträte selbst ein Bild vom Stand der Bauarbeiten machen können, ist spätestens im Februar ein Begehungstermin geplant.

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