Orchester huldigt mitreißend der Rock-Legende Queen

In der ausverkauften Greizer Vogtlandhalle erlebte die Queen Classic Night der Vogtland Philharmonie und ihrer Gäste eine begeistert aufgenommene Premiere.

Greiz.

Wer Außergewöhnliches wagt, ist gut beraten, sich nach geeigneten tatkräftigen Mitstreitern umzusehen. Die Vogtland Philharmonie hat das bei dem Vorhaben, ihrem Publikum eine Freddie-Mercury-Show zu bieten, getan. Die Wahl fiel vor gut zwei Jahren auf den Oberpfälzer Markus Engelstädter und seine Revivalband. Mittwochabend erlebten über 800 Besucher in der ausverkauften Greizer Vogtlandhalle das Ergebnis der Zusammenarbeit, als erstmals die Queen Classic Night, das jüngste Crossover-Programm der Vogtland Philharmonie, über die Bühne ging. Das Publikum reagierte wechselweise begeistert oder mit bewegtem Lauschen - je nachdem, welche Töne vorn angeschlagen wurden.

Engelstädter erwies sich als Vollblutmusiker, der in Drive, Leidenschaft und Stimme (am meisten Schmelz und Schärfe hatte die mittlere hohe Lage) der Rocklegende Mercury verdächtig nahe kam - ob bei so richtig heißen Nummern wie "I was born to love you" oder hinreißendes Bluesfeeling verströmenden Balladen nach Art von "Love of my life." Der Sänger bewährte sich auch als Moderator, erfüllt von Freude über die zu bewältigende Aufgabe, dabei aber nie die Bodenhaftung verlierend. Gleiches galt für seine Musiker Hermann Trautner (Gitarre), Bernd Meyer (Keyboard), Thomas Wildenauer (Bass) und Gerwin Eisenhauer (Schlagzeug). Jeder spielte brillant und mit Liebe seinen Part. Man sah von einer spektakulären Bühnenshow ab, überzeugte vor allem durch Musik.


So war es kein Wunder, dass die Gäste aus Bayern bestens mit der Vogtland Philharmonie harmonierten. Da agierte niemand für sich allein, gingen in einem fort anerkennende Blicke und Gesten hin und her. Mit dem vielseitigen Chemnitzer Dirigenten Andreas Pabst stand zudem jemand am Pult des Klangkörpers, der das Kunststück fertigbrachte, unaufgeregt und schnörkellos ansehnlich Rockmusik zu dirigieren. Pabst wippte stets leicht im Takt mit, war so ohne viel Aufhebens voll dabei und hatte gerade an den schwierigsten Stellen - wenn etwa der herrlich loslegende Drummer Eisenhauer und die Philharmonie unter einen Hut zu bekommen waren - offenbar den meisten Spaß. Das Orchester war sicher nicht bei jedem Titel und überall im Saal gleich gut zu hören. Da forderte der eruptive Musikstil seinen Tribut. Bei den ruhigeren Stücken so der Queen-Filmmusik "Who wants to live forever" allerdings, kam der Reichtum an Klangfarben, über den eine sinfonische Besetzung verfügt, wunderbar zur Geltung.

Ihren Anteil an dem Abend, der unter anderem noch einmal am 10. August in der Auerbacher Schlossarena geboten wird, hatten weitere bewährte Partner der Vogtland Philharmonie: der durch den jungen Zwickauer Kai Dannowski verstärkte Chor Voc A Bella (Annett Putz, Henrike Müller-Gräper, Anja Schumann) und Sopranistin Elena Fink, die bei musikalischen "Kraftakten" wie "Barcelona" bravourös in die Rolle der Primadonna Montserrat Caballé schlüpfte.

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