Ortstermin mit der Stadt mündet in eine Prügelei

Amtsgericht Auerbach verurteilt Netzschkauer zu einer Geldstrafe

Für Sie berichtet: Ulrich Riedel

Ein Netzschkauer musste sich gestern am Amtsgericht Auerbach wegen Körperverletzung verantworten und wurde zu einer Geldstrafe von 81 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt. Richter Andreas Nahrendorf sah die Tatvorwürfe als erfüllt an. Er blieb unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß von 90 Tagessätzen zu je 23 Euro. Der Verteidiger hatte für seinen Mandanten auf Freispruch plädiert.

Vor Gericht wurde der merkwürdige Vorfall aus den verschiedenen Blickwinkeln der Beteiligten geschildert. Es ging um einen im Januar angesetzten Ortstermin, um den der Netzschkauer gebeten hatte. Er wollte mit Bürgermeister Mike Purfürst ein Anliegen klären - der Stadtchef erschien zur vereinbarten Zeit mit einem Mitarbeiter. Bis zum Eintreffen der beiden decken sich die Versionen aller Beteiligten. Dann gehen sie jedoch auseinander.

Sicher ist: Alles lief aus dem Ruder. Es gab ein Handgemenge zwischen dem Angeklagten und dem städtischen Mitarbeiter, bei dem beide Blessuren erlitten. Es gab verbalen Streit, Tritte und Schläge. Und am Ende gegenseitige Vorwürfe.

In der Befragung des Angeklagten und der beiden Zeugen kristallisierte sich heraus, wie in etwa die Begegnung verlaufen sein dürfte. Amtsrichter Nahrendorf fragte nach Details wie der Kleidung, nach dem genauen Ort der Eskalation, nach Inhalten des Gesprächs. Alles lief auf die Glaubwürdigkeit hinaus - und dabei punkteten vor Gericht Mike Purfürst und sein Mitarbeiter. Auch die Staatsanwältin bezeichnete die Aussagen der in amtlicher Funktion aufgetretenen Stadtvertreter als "glaubwürdig und schlüssig". Hingegen weise die Vorgeschichte des Angeklagten eine "geringe Hemmschwelle" und ein "Aggressionspotenzial" auf. Dabei bezog sie sich auf die von Richter Nahrendorf vorgetragene Liste von Urteilen und Sanktionen. Demnach musste sich der Mann schon mehrfach vor Gericht verantworten, darunter wegen Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung. Dem hatte der Verteidiger nur wenig entgegenzusetzen. Der Richter meinte am Ende: "Wer anfängt zu schlagen, muss damit rechnen, dass er sich eine einfängt."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Netzschkauer kann dagegen in Revision gehen.

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