Paracelsus: Patienten stürmen wiedereröffnete Hausarzt-Praxis

Seit gestern ist die lange verwaiste Allgemeinärztliche Praxis am MVZ wieder besetzt. Mit seiner kardiologischen Facharztausbildung ist Reichenbach-Rückkehrer Frank Heerwagen für die Klinik "ein Sechser im Lotto".

Reichenbach.

Volles Wartezimmer, ständig Patienten an der Anmeldung, während das Telefon ohne unter Unterlass klingelt: Auch die beiden Ambulanzschwestern Sabine Franz und Ines Frödel hatten gestern gut zu tun. "Wir mussten schon einige auf den morgigen Sprechtag verweisen", sagte Sabine Franz und sprach zudem von vielen Patienten, denen daran gelegen ist, so schnell wie möglich in die Praxenkartei aufgenommen zu werden. Mit anderen Worten: Die Reichenbacher haben die wiedereröffnete Allgemeinärztliche Hausarztpraxis am Medizinischen Versorgungszentrum der Paracelsus-Klinik geradezu gestürmt.

Die Ruhe selbst im Trubel auf dem Gang verströmte wie die Schwestern der neue Arzt, den der eine oder andere Paracelsus-Patient noch kennen wird: Frank Heerwagen ist in beruflichen Dingen ein Reichenbach-Rückkehrer. Der gebürtige Osttühringer war bereits von 2007 bis 2014 im Rahmen seiner Facharztausbildung an der Klinik. "Insofern ist mir das Krankenhaus natürlich nicht unbekannt. Ich freue mich auf die Arbeit hier", sagte der Facharzt für Innere Medizin in einer kurzen Pause, um die Glückwünsche von MVZ-Leiterin Andrea Gruschwitz und Klinikmanager Sven Hendel entgegenzunehmen: "Wir sind froh, Herrn Heerwagen gewonnen zu haben. Er ist angesichts der Hausärztesituation in der Stadt und im Hinblick auf seine Ausbildung wirklich ein Sechser im Lotto - für die Klinik und auch für Reichenbach", sagte der Klinikmanager.

In der Tat schließt Frank Heerwagen nicht nur die Lücke, die seit dem Weggang von Facharzt Tomasz Pazur im vergangenen Jahr geklafft und viele Patienten im chronisch an Hausarztmangel leidenden Reichenbach verunsichert hatte. Neben seiner Tätigkeit in der Praxis arbeitet der neue Arzt nämlich auch einige Stunden in der Woche als Kardiologe im Bereich Innere Medizin der Klinik. "Damit ist hier eine optimale Anbindung an die weitere klinische Versorgung gegeben, das erlaubt mir eine sehr effiziente Patientenversorgung", sagte Frank Heerwagen. Seine Praxis, die im Mai 2016 als Teil der Lösung des Hausärzte-Problems in Betrieb gegangen war, befindet sich allerdings nicht mehr im MVZ. Weil dort bereits damals und jüngst mit dem Einzug der Urologie-Praxis aus der Stadt der Platz zu knapp ist, werden nun Räume der dritten Etage des Haupthauses genutzt.

Diese vorübergehende Lösung (Sven Hendel: "Wir überarbeiten gerade das Raumkonzept der Klinik im Hinblick auf mehr Effizienz.") stellt für Frank Heerwagen kein Problem dar. Der 43-Jährige, der nach seiner 2014 aufgenommenen Kardiologen-Fortbildung im Heinrich-Braun-Krankenhaus Zwickau an der Klinik geblieben war, hat sich nicht nur beruflich in der Region niedergelassen. Er wohnt in Neumark mit einer ebenfalls als Ärztin arbeitenden Frau und einem Sohn, der in diesem Jahr in die Schule kommt. "Das Krankenhaus in Reichenbach wird gebraucht. Und ich freue mich, hier gebraucht zu werden", sagt Frank Heerwagen, der seine Profession von der Pike auf gelernt hat: Nach dem Abi hatte er zunächst als Krankenpfleger gearbeitet und sich erst nach diesem Test fürs Studium entschieden.

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