Parkförderverein startet Vorlesereihe

Vier Autoren haben erstmals im Reichenbacher Stadtpark eigene Texte vorgelesen. Dabei wurde auch an das Stadtleben von einst erinnert.

Reichenbach.

Der Förderverein Parkanlagen hatte für Donnerstagabend in den Reichenbacher Stadtpark zum Vorleseabend eingeladen. Vereinschef Peter Tillack kündigte an, damit ein neues Format aus der Taufe zu heben. Dem Abend sollen mehrere folgen. Bei der Premiere erlebten die Zuschauer vier Autoren, die Kostproben ihres kreativen Schaffens vortrugen.

So verschieden wie die drei Herren und die eine Frau, so unterschiedlich waren Inhalt, Stil und Vortrag. Wolfgang Viebahn hatte seine Reichenbacher Geschichten mitgebracht und passend zum Vorleseort im Grünen Texte über die Schulzeit des Ornithologen und späteren Tierparkdirektors Heinrich Dathe mitgebracht. Dabei erfuhren die Zuhörer, zu welchen Streichen frühere Reichenbacher Schüler aufgelegt waren und mit welchen rabiaten Methoden Lehrer agierten.

Ein Stück Reichenbacher Vergangenheit gab Beate Werner zum Besten. Anhand der Ladendichte rund um den Annenplatz ihrer Kinderzeit erläuterte sie, dass dort schon ohne den Einkaufstempel an der Lengenfelder Straße ein Einkaufszentrum war. Sie fuhr trotzdem mit der Großmutter ab und an in die Stadt zum Großeinkauf, was im Anhänger des H6-Lkw leicht zum Abenteuer wurde. Das Besondere an den Geschichten war die vogtländische Mundart. "Ich bin zweisprachig aufgewachsen. Bis zum sechsten Lebensjahr kannte ich nur Vogtländisch", sagte Beate Werner und brach eine Lanze für die Erhaltung der Mundart. Peter Tillack gab Auszüge seiner Konfliktbewältigungsstrategie zum Besten. "In meinem PC gibt es einen Ordner Wutbriefe. Sie richten sich vor allem gegen Inkompetenz und Ahnungslosigkeit", gestand er und zitierte aus seinem regen Schriftverkehr mit Unternehmen, Zeitungen oder Ämtern.

Ganz anders Steffen Unger, der nicht nur reale Lebensgeschichten und wahren Begebenheiten verarbeitet. Er trug die berührende Erzählung über eine besondere junge Frau vor, die in seinem Lesebuch mit 18 Geschichten für Erwachsene und neun Märchen für Kinder erschienen ist. Vor dem Vortrag stellte er sich vor und sagte, dass er seit drei Jahren in Reichenbach lebt und das auch gern tut. Auf die Zuhörerfrage, warum das so sei, antwortete er: "Reichenbach ist schön. Wir haben hier viele nette Leute kennengelernt, und es gibt viele Aktionen. Wer erzählt, hier sei nichts los, der hat geschlafen. Und die am lautesten jammern, sind am wenigsten bereit, etwas zu tun."

Unger ist relativ neu in der Reichenbacher Kulturszene, doch das wird nicht so bleiben. Seit einem Jahr bereitet er das Projekt Open Stage vor, das am kommenden Samstag erstmals im Gartenheim der Eigenen Scholle stattfindet. Jeweils zehn angemeldete Teilnehmer können Kostproben ihres kreativen Schaffens vortragen. Auch eine Lesebühne ist geplant. Nachdem Unger für das Projekt geworben hat, entspann sich eine rege Diskussion über künftige Veranstaltungen im Stadtpark. Unger klärte sich spontan zur Zusammenarbeit mit dem Parkverein bei Vorleseveranstaltungen bereit.

Gesprochen wurde auch über die Optimierung der Werbung für solche Aktivitäten. Diesmal waren nur wenige Zuhörer gekommen.

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