Pflegepetition: Vogtländer freuen sich über Erfolg

Unterschriftensammler aus Reuth sieht jetzt die Politik unter Zugzwang

Reichenbach.

Speziell Sachsen und das nördliche Vogtland haben einen nicht geringen Anteil am Erfolg der deutschlandweiten Petition des Awo-Bundesverbandes "Eigenanteil bei stationärer Pflege begrenzen" - die vor einigen Wochen speziell in Reichenbach für Schlagzeilen sorgende Initiative hat kürzlich das Quorum von 50.000 Unterschriften mit knapp 75.000 Unterschriften deutlich überschritten. Wie Landesgeschäftsführer David Eckhardt am gestrigen Freitag sagte, liegt der sächsische Unterschriftenanteil bei deutlich mehr als zehn Prozent, die Reichenbacher Region steuerte an die 2000 Unterschriften bei.

Allein 1350 davon gehen auf das Konto von Johannes Jakob aus Reuth. "Danke allen, die sich engagiert haben. Man sieht, dass man etwas bewegen kann. Jetzt hoffe ich doch, dass auch die Politiker in Berlin aufwachen, erste Anzeichen dafür sind bereits zu erkennen", sagt der Unterschriften-Initiator und schränkt dazu ein: "Bei meinen Unterschriftensammlungen musste ich leider auch die Erfahrung machen, dass einige Menschen nicht begriffen haben wie wichtig das Thema ist."

Christoph Ulrich

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Johannes Jakob hatte noch vor Bekanntwerden der Petitionspläne mit einer eigenen, an Ministerien und Kassen verschickten Unterschriftenliste für Aufsehen gesorgt, nachdem das Awo-Pflegeheim "Wohnen am Park" gestiegene Lohnkosten auf die Heimbewohner umgelegt hatte. Die Awo-Vogtland Bereich Reichenbach ist zu dieser Form der Refinanzierung gezwungen, da die Kassen dank gesetzlich festgeschriebener Leistungsbeiträge vor steigenden Kosten geschützt sind. Und ohne Lohnerhöhungen, hatte Awo-Geschäftsführer Steffan Günther betont, verliere der Heimträger immer mehr Fachpersonal.

Auch deshalb hatte die Awo die Petition und die Initiative von Johannes Jakob unterstützt. Auch Heimleiterin Annelie Brinner und ihr Team legten Listen aus. "Ich denke, auf dieses Ergebnis können wir stolz sein", sagt die Heimleiterin. Auch die Awo Sachsen - vom Landesverband war die Initiative für die Petition ausgegangen - hofft nun auf das Handeln der Politik. "Wir sind frohen Mutes, dass wir noch in dieser Legislaturperiode ein gutes Ergebnis bekommen", sagt Landeschef David Eckhardt und lobt ähnliche Vorstöße etwa über eine Bundesratsinitiative oder die SPD. Die Petition wird nun im Petitionsausschuss des Bundestages und in weiteren Gremien diskutiert. Wann, das ist offenbar noch unklar.

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