Physiotherm will den Markt mit Infrarot-Duschen erobern

Das österreichische Unternehmen mit Produktionsstätte in Treuen hat den Coup mit den Duschen seit 2013 vorbereitet. Jetzt ist es so weit, den nächsten Schritt zu gehen.

Treuen.

"Wir wollen in die deutschen Badezimmer", sagt Josef Gunsch, Geschäftsführender Gesellschafter von Physiotherm. Um das zu erreichen, geht das Unternehmen mit Sitz in Innsbruck und Produktionsstandort in Treuen sozusagen fremd: Neben Infrarot-Kabinen setzt es künftig stärker auf den Verkauf von Infrarotduschen.

Diese Produkte haben einen großen Vorteil gegenüber Kabinen. Gunsch: "Sie brauchen weniger Platz." Hintergrund ist, dass man zum Aufstellen einer Kabinen samt dem Schaffen eines entsprechenden Umfeldes meist mehrere Dutzend Quadratmeter benötigt, eine Dusche aber oft nur ein, zwei Quadratmeter groß ist.

Mit der Fokussierung auf das neue Produkt soll die Zahl der Physiotherm-Geschäfte steigen. Derzeit gibt es 55 in der Schweiz, in Österreich, Deutschland sowie je ein Büro in Bozen und London. "Unser Vertriebsnetz muss dichter werden. Physiotherm steht erst am Anfang", sagt Gunsch und denkt laut über 100 Geschäfte in Deutschland nach. Verbunden ist die Hinwendung zum Massenproduzenten mit einer neuen Philosophie. Der Geschäftsführer will weg vom Thema Wellness, hin zum Gesundheitsprodukt: "Rückenschmerzen sind ein großes Thema. Infrarot-Duschen sind dabei ein Schlüsselprodukt für die Zukunft." Das Vogtland sei für diese Pläne wegen seiner zentralen Lage der ideale Ausgangsort. Hier arbeiten 66 der insgesamt 200 Physiotherm-Mitarbeiter. Gunsch bezeichnet das Treuener Team als "tolle und sehr loyale Belegschaft".

Mit dem Verkauf der Duschkabinen hat der 42-jährige Österreicher die Firma Glas Kubik beauftragt. Die beschäftigt sich mit Herstellung und Verkauf hochwertiger Duschen und Glastrennwänden wie für Bürogebäude. "Wir kaufen Physiotherm die Duschen ab und verkaufen sie weiter", sagt Heino Schiller, Geschäftsführer von Glas Kubik. Beim Entwerfen von Duschen und Wänden legt die Firma Wert auf das Glasdesign. "Mit Glas kann man hervorragend Räume gestalten. Zum Gestalten der Oberfläche sind Folien oder Gravuren möglich."

Die Weichen für die Herstellung der Spezialduschen stellte Physiotherm bereits 2013. Damals kaufte es den österreichischen Produzenten von hochwertigen Duschen Neher. Seit März 2014 werden sie in Treuen produziert. Etwa 900 hat das Unternehmen bisher verkauft. Ähnlich wie bei Infrarot-Kabinen geht auch bei Duschen der übergroße Teil an Privatkunden.

Jährlich werden in Treuen etwa 6000 Kabinen produziert. Die Nachfrage ist laut Josef Gunsch so groß, dass nicht mehr für das Lager produziert wird, sondern nach Eingang der Aufträge. "Mit rund 70.000 Kunden sind wir Marktführer." Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens spiegelt sich nach seinen Worten in der Umsatzentwicklung wieder. Von zwei Millionen Euro 2007 auf 30Millionen Euro heute - wobei mittlerweile der deutsche Markt den österreichischen überholt hat.

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