Pläne für den Solbrigplatz werden gehörig abgespeckt

Um die drohende Kostenexplosion zu vermeiden, regiert jetzt der Rotstift. Schon ab 7. Oktober wird die Fahrtrichtung in der Solbrigstraße gedreht.

Reichenbach.

Nachdem der Stadtrat im Juli die Ausschreibungen für die Neugestaltung des Solbrigplatzes wegen drohender Kostenexplosion aufgehoben hat, werden die Plänen jetzt abgespeckt.

Im Grundsatzbeschluss vom Juni 2017 waren als Ausgaben 650.000 Euro genannt. Im März 2019 stiegen die geschätzten Kosten auf 1,4 Millionen Euro. Die Angebote bei der Ausschreibung summierten sich dann auf 2,02 Millionen Euro. Das ist nicht finanzierbar.

Hubert Greger, Abteilungsleiter Hoch- und Tiefbau, erklärte am Montag im Technischen Ausschuss des Stadtrates, wo gespart werden kann. Statt der extravaganten Bushaltestelle mit Stahlbetonbügel, die allein 25.000 Euro gekostet hätte, steht jetzt ein einfacher Quader mit Vierkantstahl und sieben Metern Spannbreite zur Debatte. Die Fläche des Wasserspiels mit Bodendüsen soll um rund ein Drittel schrumpfen. Die Abspannung der Ringleuchte über dem Zentralbereich wird vereinfacht. Fahrbahn und Stellplätze, die zunächst aus geschliffenem Asphalt und Großpflaster hergestellt werden sollten, erhalten nun einen Belag aus Granitkleinpflaster. Natursteinplatten werden dünner bestellt. Überbaubares Baumsubstrat mit Wurzelbelüftungssystem bei der Baumpflanzung sowie eine Hecke statt einer Betonwand am Spielplatz sollen ebenso sparen helfen.

FDP-Stadtrat Jörg Schaller fürchtet, dass die Einsparungen den Plan gefährden, einen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen. Birgit Schaller (Gewerbeverein) erklärte: "Wir laufen Gefahr, dass wir uns den Platz hässlich sparen." Selbst Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) meinte: "Wenn wir die Gestaltungselemente zu stark eingrenzen, ist der ganze Effekt weg." "Wenn das Konzept so nicht machbar ist, sollten wir vielleicht ganz neu drüber nachdenken", sagte Henry Ruß (Linke). Baufachbereichsleiter Sven Hörning sicherte indes zu, man werde sich von den Gestaltungsgrundsätzen nicht zu weit entfernen. Nach der erneuten Ausschreibung sollen die Aufträge im Dezember im Stadtrat vergeben werden. Gebaut werden soll ab 17. Februar 2020.

Bis zum Abschluss der Bauarbeiten wird die Bushaltestelle Solbrigplatz auf der Albertistraße in Höhe des Stadtpalastes Solbrigplatz 1 eingerichtet. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Oktober werden die neuen Stadtbuslinien 83 A/B über die Solbrigstraße geführt. Bereits ab 7. Oktober wird dazu die Fahrtrichtung in der als Einbahnstraße ausgewiesenen Solbrigstraße gedreht. Die Anwohner sollen noch in dieser Woche informiert werden. Damit reduzieren sich zugleich die täglichen Busdurchfahrten in der unteren Zwickauer Straße von 108 auf 68.

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