Plauen setzt Zeichen gegen Hass

Die Demonstrationen zum 1. Mai in Plauen verliefen friedlich. Die rechtsextremistische Partei Dritter Weg zündete jedoch Fackeln an - mit behördlicher Erlaubnis.

Plauen.

Plauen liefert vom 1. Mai wieder Bilder, die bundesweit verstreut werden: von Rechten und Linken und Polizisten, die die Lager voneinander abschirmen. Bei ihrer letzten Mai-Demo in Plauen vor drei Jahren trugen die meisten Mitläufer der rechtsextremistischen Kleinpartei Der Dritte Weg rote T-Shirts, diesmal waren sie beige-braun. Ganz vorn lief Parteichef Klaus Armstroff, dahinter bundesweit zusammengezogene Männer, einige Frauen, einige Vogtländer. Drei Stunden zogen sie unter Polizeischutz durch Haselbrunn. An den Kreuzungen standen Gegendemonstranten mit Trillerpfeifen. Polizei und Versammlungsbehörde sprechen von mehreren Hundert Teilnehmern auf beiden Seiten, legen sich aber nicht auf konkrete Zahlen fest.

SPD-Landeschef Martin Dulig und der Fraktionschef der Linken im Landtag, Rico Gebhardt, waren Gäste der Kundgebungen gegen Rechts.


Vereinzelt kam es auch zu politischen Diskussionen. "Normalerweise müsste ganz Plauen auf der Straße sitzen", hörte man wie auch Sympathiebekundungen. "Ist nicht verkehrt, ein bisschen Opposition", so ein älterer Mann, der mit Limoflasche in der Hand zuschaute. Er stand am Wartburgplatz, wo der Dritte Weg Stände aufgebaut hatte.

Überall an der Route der Rechten tauchten Menschen auf und protestierten. Am Albertplatz: ein Protest-Musikfestival mit Dirk Zöllner als Top Act. Die Party für Demokratie und Toleranz hat der Plauener Verein Colorido organisiert. Chefin Doritta Korte übermittelte Grüße des aus Plauen stammenden Schauspielers Kai Schumann und dessen Aufforderung: "Plauen, tanzt!"

"Wir wollen keine Bilder produzieren", sagte Polizeisprecher Oliver Wurdak. Wie schon vor drei Jahren hatte die Polizei zwei Wasserwerfer mitgebracht. Dieses Mal standen sie nicht auf der Demonstrantenroute, sondern abseits. Mehrere Hundertschaften waren da. Aus Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin.

Am frühen Nachmittag ging die Nachricht vom "Rechtsextremistischen Fackelmarsch" aus Plauen durchs Internet. Der Dritte Weg hatte bengalische Fackeln angezündet, als er auf dem Wartburgplatz loslief. Diese Pyrotechnik hatte die Versammlungsbehörde im Landratsamt erlaubt. 16 Fackeln waren gestattet, 14 konnte er zählen, sagt Landratsamtssprecher Uwe Heinl. Später konnte man im Internet nachlesen, dass sich viele Plauener daran störten: An dieser Erlaubnis, Bilder mit brennenden Fackeln und grünem Rauch zu erzeugen.

Begonnen hatte der Feiertag in Plauen mit der Kundgebung des Gewerkschaftsbundes DGB am Albertplatz. Einzelgewerkschaften wie IG Metall, Verdi und Erziehung und Wissenschaft sowie die Parteien Die Linke, SPD und Die Partei hatten Stände aufgebaut. Die Band Nachtschicht animierte zum Tanzen, gut für eine entspannte, familiäre Atmosphäre.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 1 Bewertung
3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    3
    Blackadder
    02.05.2019

    @Distelblüte: Na das hat ja super funktioniert: Twitter Hashtag Nr.1 heute morgen in Deutschland war #Plauen !

  • 3
    4
    Distelblüte
    02.05.2019

    "Wir wollen keine Bilder produzieren", sagte Polizeisprecher Oliver Wurdak."
    Man kann auch durch Nichteingreifen Bilder produzieren.

  • 3
    2
    MPvK87
    02.05.2019

    Weshalb fehlt im Online Text die Passage das die Linken Abgeordnete Janina Pfau in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt worden ist?



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