Plauener Tafel sucht freiwillige Helfer

Können Bedürftige im Vogtland noch versorgt werden, wenn es in Supermärkten zu Hamsterkäufen kommt? In Plauen hat die Arbeitsloseninitiative eine Lösung.

Plauen/Reichenbach/Klingenthal.

Bei der Plauener Tafel an der Schlossstraße läuft der Betrieb weiter wie bisher. "Keine Hysterie", versichert Konstanze Schumann. Sie ist die Geschäftsführerin der Arbeitsloseninitiative Pausa, von der die Einrichtung betrieben wird. Lebensmittel seien in ausreichender Menge vorhanden. Die Versorgung stellt zu einem wesentlichen Anteil das Zentrallager des Landesverbandes der Tafeln in Dresden sicher. Dennoch wird an der Schlossstraße etwas benötigt: Die Tafel sucht Mitstreiter, die vorübergehend mit anpacken möchten. Denn die etwas älteren Mitarbeiter habe man wegen der Ansteckungsgefahr zum eigenen Schutz in die zweite Reihe geschickt, berichtet Schumann. Wenn also junge Leute mitmachen wollen, können sie sich melden. Auch Kleiderkammer und Suppenküche in Plauen bleiben geöffnet.

Dass Kindergärten und Schulen geschlossen sind, geht an der Ali Pausa nicht spurlos vorbei. Eine an der Schlossstraße helfende Mutter mit Kind bringe ihren Sohn daher mit in die Einrichtung, sagt Schumann. Ein Problem, das ihr auf den Nägeln brennt, seien die Hamsterkäufe in Supermärkten. Dadurch droht in Privathaushalten, Ware zu verderben, weil sie nicht verbraucht wird. Die Tafel bietet deshalb die Möglichkeit, solche Hamsterware bei ihr abzugeben. Das kann in der Zeit von 7.30 bis 14 Uhr geschehen.

Bei der Tafel in Reichenbach besteht diese Möglichkeit der Abgabe von Hamsterware nicht. Aus Privathaushalten Lebensmittel anzunehmen, sei wegen der Hygiene keine so gute Idee, meint die für Öffentlichkeit zuständige Beate Werner. Nach der heißen Phase könne man darüber vielleicht nachdenken. Auch die Reichenbacherin versichert, dass man von der Coronakrise "noch nicht viel gemerkt" habe, was die Menge der von Märkten gespendeten Ware angeht. In das Haus an der Fritz-Ebert-Straße 25 kommen jeden Tag durchschnittlich 50 Menschen. Werner gehört seit 2002 zum Team, ist seit 2005 Mitglied im Vorstand.

Im Café B in Klingenthal findet am heutigen Freitag die Lebensmittelausgabe wie geplant statt. Darüber informierte Leiterin Bärbel Pfeiffer. Man wolle die Ausgabe gestaffelt durchführen, deshalb soll die gesamte Öffnungszeit von 12 bis 15 Uhr genutzt werden. "Wir stellen sicher, dass jeder seinen Lebensmittelbeutel erhalten kann", betonte sie. Allerdings sollte pro Haushalt nur eine Person zum Abholen kommen. Das bislang traditionelle gemeinsame Kaffeetrinken findet aber nicht statt, auch die Kinderbetreuung ist abgesagt. (mit tm)


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.