Plohn feiert Kirmes mit lauter Gewinnern

Seit 25 Jahren setzen die Plohner auf die gleichen Höhepunkte und landen damit stets einen Volltreffer. Die Jubiläumskirmes war ein Hit.

Plohn.

Bei der Plohner Kirmes passiert nichts Spektakuläres. Eher im Gegenteil: Das Fest kommt familiär daher. Gemütlich sitzen die Menschen in der Gartenanlage zusammen. Sie warten auf das Aufziehen des Kirmeskranzes. Die Kinder toben auf der Wiese, fahren auf einem fast 100 Jahre alten Karussell. Im Festzelt spielt Musik. Es gibt Kartoffelkuchen, frisch aus dem Backofen, den starke Männerhände eigens für die Kirmes auf die Wiese transportieren. Die Kirche steuert ein Konzert und einen Gottesdienst bei, und es kann um die Wette genagelt werden. Genau diese Beständigkeit lieben die Menschen. Und so war es auch am Wochenende, bei der 25. Kirmes in Plohn.

Eine ganz besondere Bilanz zog Ortsvorsteher Werner Nierbauer zur Eröffnung am Freitag: "37.000 Euro nicht erhobene Eintrittsgelder wurden direkt an die Besucher zurückgegeben. 5650 Euro gaben die Organisatoren für Bastelmaterial und Preise für den Kindernachmittag aus. 50.000 Euro kosteten die Dankeschön-Veranstaltungen für die Helfer. Der Festausschuss saß zirka 640 Stunden zusammen. Die Helfer selbst haben in den 25 Jahren rund 35.000 Arbeitsstunden geleistet." Da kamen die 100 Euro, die Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) für das Fest mitbrachte, gerade richtig. Für Werner Nierbauer endet dieses Jahr seine Zeit als Ortsvorsteher. Er hat zur Kommunalwahl im Mai nicht mehr kandiert und möchte fortan sein Leben als Pensionär genießen, wie er erklärte. Bachmann schätzt am scheidenden Ortsvorsteher, mit dem ihn 15 Jahre gemeinsame kommunalpolitische Arbeit verbinden, seine Gelassenheit, Ruhe und sein oft verschmitztes Lächeln, wenn er Dinge auf den Punkt bringt.

Die Plohner verbinden mit der Kirmes ein Stück Beständigkeit und Tradition. Ehemalige Einwohner kommen dazu in die alte Heimat, bringen ihre Kinder mit, besuchen die Eltern. Großeltern-Enkelkinder-Paare trifft man auf Schritt und Tritt auf der Wiese, besonders am Samstagnachmittag zum Kinderfest. Das organisieren seit eh und je die Ploaner Pfingstochsen, ein nicht eingetragener Verein. Das steht auf den T-Shirts, und darauf legen die Mitglieder Wert. Diesmal wandelten die Mädchen und Jungen auf den Pfaden der Dinosaurier und Steinzeitmenschen. Jedes Jahr lockt das Kinderfest bis zu 40 Mädchen und Jungen an. Sie arbeiten sich von einer Station zur anderen vor, lassen ihre Karten abstempeln, lösen Aufgaben. Alles mit einfachem Zubehör: Weiße Tapete von der Rolle dient als Maluntergrund. Mit Holzkohle entsteht Höhlenmalerei. An anderer Stelle finden die Kinder im Sand Dinosaurier-Eier, aus denen sie tatsächlich kleine Plastik-Dinos pulen. Sie hüpfen, balancieren, rennen, basteln und lösen ein Quiz. Für alle Altersstufen ist etwas Passendes dabei, sodass Zweijährige genauso wie Zwölfjährige ihren Spaß haben. Das Ganze zieht sich bis in die frühen Abendstunden hin. Dann ruft Moderator Bernd Müller zur Zettelabgabe auf. Kein Kind verlässt vor der Preisvergabe das Fest. Dabei ist es völlig unerheblich, wer beim Spielparcours was erreicht hat. Jedes Kind ruft Bernd Müller namentlich auf die Bühne. Jedes Kind bekommt einen eigenen Applaus und einen Preis - eine Tüte voller Kinderspielsachen und Gummibärchen. Es gibt also nur Gewinner und zum Schluss ein Gruppenfoto von allen.

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