Podium eröffnet Hilfe bei Lymphproblemen

Fachleute und eine Bestseller-Autorin informierten im Reichenbacher Neuberinhaus unter anderem zu Lipödemen. Er wurden auch Wege zum Umgang damit gewiesen.

Reichenbach.

Das Lymphsymposium mit einem Strategieforum zum Thema "Lip & Lymph 2019" am Samstag im Reichenbacher Neuberinhaus hatte es in sich: Hochkarätige Experten aus Kliniken in ganz Deutschland, Vertreter von Krankenkassen, Mitarbeiter von Herstellern und Anbietern für Heil- und Hilfsmittel, Businessberater und sogar eine Bestsellerautorin gestalteten das Workshop- und Vortragsprogramm sowie die Fachmesse. Ingrid Käppel, Geschäftsführerin des Venen- und Lymphzentrums Vogtland und Gründungsmitglied des vogtländischen Lymphnetzes, hatte für die siebente Auflage ein Programm für Fachpersonal wie für Betroffene gleichermaßen zusammengestellt.

In einem kurzweiligen Vortrag sprach Isabel Garcia über ihre Krankheit, die sie im Buch "Lipödem - ich bin mehr als meine Beine" aufgearbeitet hat. Die Fachfrau für Kommunikation gab den Besuchern im voll besetzten Saal eine Menge Tipps für den Umgang mit der Krankheit. Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, die sich in voluminösen Beinen und Armen äußert, während die Körpermitte sowie Hände und Füße schlank erscheinen. Betroffen sind fast ausschließlich Frauen. Lymphödeme entstehen nach Operationen und Erkrankungen, bei denen Lymphgefäße beschädigt werden, sodass die Lymphe nicht mehr abfließen kann. Klingt einfach, ist jedoch tatsächlich viel komplizierter, denn die Beschreibung sagt nichts über physische und psychische Belastungen aus.

Beim Signieren ihres Buches kam die Autorin mit betroffenen Frauen ins Gespräch. Diana Weiß aus Aue hat nach ihrer Krebserkrankung ein Lymphödem bekommen. Die 44-Jährige schilderte, dass sie sich bei einem Kuraufenthalt beobachtet fühlte, wie beim Spießrutenlauf. Iris Fleischhäcker aus Schwarzenberg hat es vor neun Jahren erwischt, nach der Geburt ihrer Tochter: "Seitdem bin ich einen langen Weg gegangen und habe sozusagen das ganze Theater durch." Die 41-Jährige griff damit die Aussagen der Autorin zu vergeblichen Behandlungsversuchen auf. "Isabel hat uns Mut gemacht, mit der Krankheit durchs Leben zu gehen, auch wenn es schwerfällt. Die vielen Informationen waren interessant", so Diana Weiß. "Ich hatte von der Krankheit vorher nie gehört. Den Gedanken an ein zweites Kind habe ich lieber nicht zu Ende gedacht, aus Angst, dass es noch schlimmer wird", sagte Iris Fleischhäcker. Die Frauen ließen ihr gekauftes Buch signieren und sich mit der Autorin fotografieren. Am Stand der Firma Jobst stellte Außendienstmitarbeiterin Sabine Schaller aus Plauen neue Produkte vor: "Wir haben eine bahnbrechende Entwicklung, einen Strumpf, den man nachts tragen kann. Er trägt zur Schmerzreduktion bei." Bisher mussten Kompressionsstrümpfe nachts ausgezogen werden.

Schaller lobte das Engagement von Ingrid Käppel, die mit ihrem Unternehmen und dem ehrenamtlichen Engagement sowie Veranstaltungen wie dem Symposium einen großen Beitrag zur Aufklärung leiste: "Das hier ist richtig groß aufgezogen, alle Bereiche, die den Patienten betreffen, sind mit ihren Angeboten dabei." Während vor einigen Jahren noch kaum etwas über diese Ödemerkrankungen bekannt war, spreche man heute offen darüber.

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