Protest im Stadtrat gegen Ansiedlung von Recycling-Anlage

Dass in Treuen an der A 72 PET-Flaschen wiederaufbereitet werden sollen, wollen Anlieger nicht hinnehmen. Jetzt soll versucht werden, einen neuen Standort zu finden.

Treuen.

Vier Tage vor der Kommunalwahl haben Bürger aus Pfaffengrün und Hartmannsgrün ihren Protest gegen die Pläne zur Ansiedelung einer Recyclinganlage an der Goldenen Höhe noch einmal in den Stadtrat Treuen getragen. Sprecher Volkmar Schwarz eröffnete seinen Appell um Unterstützung am Mittwochabend mit der Frage "Hat sich der Stadtrat jemals gefragt, was die Anwohner zu dieser Investition sagen?" und schloss unter Applaus mit der Feststellung "Die Ansiedelung an dieser Stelle ist ein Fehler."

Die Anlieger befürchten nicht nur mehr Verkehr und Lärm, sondern auch Wertverlust für ihre Grundstücke durch den Bau einer 120 Meter langen, 60 Meter breiten und 12 Meter hohen Halle auf dem Grundstück am Kreisverkehr. Darin sollen die für das Recycling angelieferte PET-Kunststoffflaschen gelagert und weiterverarbeitet bzw. geschreddert werden.


Gespräche mit Bürgermeisterin Andrea Jedzig (Einzelkandidatin/ CDU) sowie dem Investor aus Plauen im April hätten für Informationsaustausch gesorgt, aber keine Annäherung gebracht. Deshalb erwarte man vom Stadtrat Diskussionsbereitschaft und bitte um Unterstützung. Denn für Schwarz und seine Mitstreiter steht fest: Eine Ursache des Protest ist die mangelnde Transparenz der Ansiedlungspläne.

Die Bürgermeisterin wies diesen Vorwurf zurück. Vielmehr habe die Stadt noch keine Ansiedelung so intensiv begleitet, verwies sie auf die Einbeziehung der Fachbehörden für Bauordnung und Umweltschutz im Landratsamt. Zudem sei die Stadt sofort aktiv geworden, als sie im Sommer 2018 von den Zuständen um das Plauener Plamag-Areal erfuhr. Herumliegende PET-Flaschen wie dort, die den Ärger der Anlieger auslösten, wolle man an der Goldenen Höhe nicht. Auch deshalb habe der Investor die Auflage erhalten, nicht nur die Produktion, sondern auch die Lager komplett einhausen, gab Jedzig den aktuellen Stand wieder.

Die Reaktionen im Rat reichten von "Die Auflagen müssen so hoch sein, dass der Investor abspringt" über die Einsicht "Im Nachhinein betrachtet hätte man es anders machen müssen" bis zum zaghaften Hinweis an die Bürger, diese hätten sich vielleicht etwas spät dafür interessiert, was vor ihren Grundstücken geplant sei. Silke Behr von der Initiative hielt dagegen: "Wenn Sie schon sagen, Sie waren nicht hinreichend informiert - wie sollten da wir als Bürger es sein?"

Aus der DSU-Fraktion kam der Vorschlag, die Stadtverwaltung solle zusammen mit Landkreis und Investor nach einer Lösung suchen - "vielleicht findet sich ja ein Alternativ-Standort, der natürlich auch niemand stören darf", warf Roberto Rink in die Runde. Sein Vorschlag erntete allgemein Zustimmung, auch Kopfnicken der Bürgermeisterin - mündete aber nicht in einen Auftrag an die Stadtverwaltung oder in einen Beschluss. Was aus dem Vorschlag wird, welches Ergebnis er bringt, das wird auch den nächsten Stadtrat von Treuen beschäftigen.

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