Radon belastet vier Wasserwerke

Der Zweckverband Wasser/Abwasser setzt auf technische Lösungen. Erhöhte Werte gab es auch in Oberneumark.

Neumark/Plauen.

Vier der 37 zur Trinkwassergewinnung im Vogtland genutzten Wasserwerke des Zwavs weisen Radonwerte oberhalb des dafür geltenden Grenzwertes von 100 Becquerel pro Liter auf. Darüber informierte Ronny Röder, Trinkwasserchef beim Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland (Zwav) auf Anfrage von "Freie Presse". Der höchste Wert wurde im Werk in Bad Brambach gemessen mit etwa 200 Bequerel pro Liter. Die Werke "Zeidelweide" in Bad Elster, das in Hammerbrücke sowie das Werk in Oberneumark nahe des alten Bergbauschachts "Isolde" weisen Werte zwischen den genannten Marken auf.

Insbesondere die Bad Brambacher Quelle ist ein wichtiges Dargebot für den Zwav und ein relativ großes Werk. Eines der Wasserwerke aufgrund der seitens des Versorgers als leicht erhöhte Belastung eingestuften Werts aufzugeben, kommt für den Zwav nicht in Frage, hieß es. "Wir erarbeiten aktuell in Abstimmung mit Wasserbehörde und Gesundheitsamt einen Maßnahmekatalog", erklärt Röder. "Wir denken an die Nachrüstung einer technischen Lösung, um die Werte zu senken." Das Wasser müsste entgast werden, bevor es über die Leitungen in Haushalte gelangt. Eine Möglichkeit ist, es mithilfe von Sauerstoff zum Sprudeln zu bringen.


Radon ist wasserlöslich. Das Bundesamt für Strahlenschutz informiert, dass das Gas beim Kochen und Duschen wieder aus dem Trinkwasser freigesetzt wird und damit in geringem Maße die Konzentration von Radon in der Raumluft erhöht. Wird das aus der Tiefe stammende Edelgas über einen längeren Zeitraum in erhöhtem Maß eingeatmet, steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Wird es beim Trinken aufgenommen, trägt die Dosis zur inneren Strahlenbelastung des Menschen bei.

Laut Trinkwasserverordnung sind große Wasserversorgungsunternehmen wie der Zwav verpflichtet, bis Ende des Jahres die Konzentration von Radionukliden im Trinkwasser zu untersuchen. Die deutsche Strahlenschutzkommission hat empfohlen, die Radonkonzentration im Trinkwasser auf maximal 100 Becquerel pro Liter zu begrenzen. Das deckt sich mit der Weisung in der EU-Trinkwasser-Richtlinie.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...