Raritäten auf Irfersgrüner Schau

Der Kleintierzuchtverein zeigte am Wochenende gleich mehrere Rote-Liste-Tiere. Der Zuchttierkauf ist für die Halter eine echte Herausforderung.

Irfersgrün.

Mit den ausgestellten 156 Tieren war die Kleintierschau in Irfersgrün am Wochenende zwar nicht ganz so gut bestückt, wie sich das Ausstellungsleiter Mike Kapeller für die Gemeinschaftsschau mit Züchtern aus Hirschfeld und dem Silberclub "Sektion Vogtland" gewünscht hätte. Dafür hatte die Schau aber einige wirklich ausgefallene Raritäten zu bieten, gleich voran die Hühner der Rasse Krüper des Ausstellungsleiters.

"Es gibt nur vier Züchter dieser Rasse in Deutschland", erklärt der Züchter. "Wenn wir also das Blut auffrischen wollen, müssen wir eine andere Rasse einkreuzen und dann den Anteil der fremden Rasse wieder zurückdrängen, sodass die Nachkommen der übernächsten Generation dann wieder wie die Originale aussehen." Die Rasse fällt auf durch ihre kurzen Beine, weshalb die Krüper in manchen Gegenden auch Kriechhühner genannt werden. Die Rasse steht auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Nutztiere und gilt als extrem gefährdet. Auch die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft stellte bei ihrem Geflügelmonitoring 2013 fest, dass es nur noch einige wenige hundert Tiere gibt. Seitdem hat sich der Bestand weiter verkleinert.


Nicht ganz so selten, aber trotzdem in Deutschland eine echte Rarität sind die weißen Lachshühner von Sebastian Meier aus Hauptmannsgrün. Er berichtet: "Es ist fast unmöglich irgendwo einen anderen Hahn zu bekommen. Da müsste ich wahrscheinlich nach Frankreich in das Stammzuchtgebiet fahren und mir dort Tiere besorgen."

Keine seltenen Rasse, aber einen ungewöhnlichen Erfolg konnte Günther Junghähnel verbuchen. Drei Titel, den des Vereinsmeisters, den für den besten Rammler und die beste Zuchtgruppe vereinte er auf sich, und das, obwohl er voriges Jahr beinahe ganz mit der Zucht aufgehört hätte. "Alle meine Kaninchen starben an der Chinaseuche." Das war ein herber Verlust für den langjährigen Züchter. "Klar habe ich ans Aufhören gedacht. Aber meine Familie hat mich ermuntert, weiterzumachen", berichtet der Senior. Ein älteres männliches Tier, das er verkauft hatte, konnte er zurückkaufen. Eine neue Häsin komplettierte die Zucht fürs Erste. "Die Kaninchen, mit denen ich heute hier gewonnen habe, sind alles die Nachkommen dieses Zuchtpaares. Die Tiere sind wirklich sehr schön geworden. Eine von den jungen Häsinnen werde ich auf jeden Fall für meine eigene Zucht behalten", freut sich Günter Junghähnel, der somit gleich an den Erfolg der Vorjahre anknüpfen konnte. Auch der Silberclub, eine Zusammenschluss von Züchtern der Rasse Großsilber kam mit einer Besonderheit zur Schau und stellte die Farbe Champagner Silber aus.

Mit acht Mitgliedern ist die Jugendgruppe für ein so kleines Dorf wie Irfersgrün richtig gut aufgestellt. "Wir basteln oder Töpfern mit den Kindern. Wir haben auch schon im Dorf Müll aufgesammelt und die Kinder zu einer Tierbesprechung oder Stallbesichtigung eingeladen", berichtet Mike Kapeller.

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