Reichenbacher im Brandeinsatz an der Bleilochtalsperre

Seit Tagen versuchen Feuerwehr und Spezialkräfte, einen Waldbrand am Saalehang zu löschen. Das THW Reichenbach ist auch im Einsatz.

Reichenbach/Saaldorf.

Wer das steil aufschießende Dauerbrandgebiet an der Bleilochtalsperre nicht aus eigener Anschauung kennt, für den hat Marcel Reinhold ein Beispiel aus dem nördlichen Vogtland parat. "Der Hang hier steigt etwa so stark an wie der Hirschstein in Mylau. Das ist auch der Knackpunkt bei den Löscharbeiten, da kommt keiner so richtig ran. Deshalb wird jetzt der größte verfügbare Hubschrauber der Bundeswehr zum Löschen eingesetzt, ich sehe ihn gerade starten", erzählt der THW-Zugführer.

Das Technische Hilfswerk aus Reichenbach ist seit Donnerstagmorgen bei Saaldorf im Saale-Orla-Kreis im Einsatz - seit Ostern bereits halten am dortigen Heinrichstein immer wieder aufflammende Brände Feuerwehr und Spezialkräfte in Atem. Wie die "Ostthüringer Zeitung" schreibt, hatten am Sonntag zunächst 2000 Quadratmeter Wald gebrannt, teilweise sollen 15 Hektar Wald betroffen gewesen sein - das Feuer fresse sich dabei mehr durch das Wurzelwerk der Bäume, zu offenen Bränden komme es kaum. Genau dieser Umstand gestalte die Löscharbeiten in extremer Hanglage so schwierig: Nach einem Großeinsatz der Feuerwehr schien das Feuer zunächst unter Kontrolle, seither bricht es immer wieder an anderen Stellen aus. Marcel Reinhold: "Es gibt viele Glutnester im Boden, die bekommt man nicht in den Griff, deshalb sind hier auch Höhenretter im Einsatz, die sich am Hang abseilen und die Nester quasi ausgraben. Im Moment ist aber aus Sicherheitsgründen niemand im Wald, weil der Hubschrauber fliegt."


5000 Liter Wasser schöpft der Helikopter CH-53 mit einem Mal aus der Talsperre und lässt es über dem Steilhang ab. Ein Polizeihubschrauber aus Würzburg (700 Liter) hatte so bereits am Dienstag versucht, die Glut zu löschen. Das Reichenbacher THW war ausgerückt, um die Ortsverbände von Gera und Rudolstadt/Saalfeld zu verstärken. Die Helfer sollen die örtlichen, teilweise bis an die Erschöpfungsgrenze arbeitenden Feuerwehrleute beim Löschen im unwegsamen Gelände unterstützen. "Aufgrund des Hubschraubereinsatzes sind wir derzeit in Bereitschaft", erzählt Marcel Reinhold. Gegen 18 Uhr wurde der erste THW-Trupp von einer zweiten Einsatzgruppe aus Reichenbach abgelöst, die bis Freitagmorgen im Einsatz war. "Wir leuchten nachts mehrere Hundert Meter Schlauchleitung der Feuerwehr aus und sichern damit die Löscharbeiten ab."

Die Ursache für das Feuer ist unklar. Am Dienstag fand die Polizei Reste von Silvesterfeuerwerk. Der Landrat hatte ebenfalls am Dienstag den Katastrophenfall ausgerufen.

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