Reichenbacher organisieren größtes Feuer-Festival der Welt

Für Christian Ungerer und Rene Feuerer begann alles klein in ihrer Heimatstadt. Inzwischen haben sie bereits den nächsten Coup gelandet.

Im Funkenregen. Die Phoenix-Fire-Convention bietet mannigfaltige Spielarten der Feuerartistik.
Ein Gänsehaut-Moment. Abbii Miller (mit Mikrofon) sagte Ja. Jeremy Jevtic hatte ihr vor mehr als 1000 Menschen einen Heiratsantrag gemacht.

Von Petra Steps

Das größte Feuerspieler-Festival der Welt hat kürzlich im Feriendorf Auenland in Waffenrod/Eisfeld stattgefunden. Zur sechsten Auflage der Phoenix-Fire-Convention kamen mehr als 1100 Teilnehmer aus der ganzen Welt. Veranstalter waren Christian Ungerer und Rene Feuerer zusammen mit anderen Leipziger Feuerkünstlern. Beide stammen aus Reichenbach, haben in ihrer Heimatstadt mit ihrer Feuerspielkunst begonnen und sind beim Woba-Winterzauber oder der Schlossweihnacht Netzschkau in Aktion. Aufgrund der Verbindungen zur früheren Heimat waren auch viele Vogtländer mit in Thüringen.

Mehr als 150 Aufbauhelfer wurden zuvor gebraucht. Weitere 150 Helfer kümmerten sich vor Ort um die Feuer-Sicherheit und andere Aufgaben. 134 Workshops wurden auf elf Plätzen abgehalten. Die Planung lag bei Sandra Baumann (bekannt als "Feuerfünkchen" Gabby) aus Plauen. Mehr als 1300 Liter Öl wurden insgesamt verbrannt. Da die geplanten 1000 Liter nicht reichten, wurde Nachschub aus Nürnberg geholt. 50 Künstler traten bei den abendlichen Shows auf. Jeden Abend wiederholte sich das Ritual, bei dem der große Metall-Phönix mit brennbarem Material umwickelt und angezündet wurde. Die Asche wurde als Talismann in kleine Flaschen gefüllt. Die Flaschen vom letzten Abend bringen die Spieler im kommenden Jahr wieder mit.

Das Motto des Jahres hieß "Science versus Fantasy", weil bei der Umfrage beide Themen jeweils 364 Stimmen erhielten. Es spiegelte sich im auch bei der Moderation im Stil von Frankensteins Labor wider. Christian Unger: "Im Grunde hat jedoch Fantasy gewonnen, denn bei der Vergabe der Teilnehmer-Bändchen entschieden sich mehr für die roten Fantasybänder."

Täglich gab es Shows, während die anderen trainieren konnten. Offizieller Beginn war mit ersten Workshops und der Eröffnung des Feuerspielplatzes Fire Space. Dann folgte die Opening Variete-Show, bei der ausgesuchte Künstler neue Techniken und Choreografien präsentierten. Für die Open Stage, die offene Bühne, konnten sich neun Feuerspieler anmelden. Der nächste Abend stand im Zeichen der Gala-Show mit acht Vorführungen quer durch alle Möglichkeiten des Feuerspiels. Dabei waren auch Pyroeffekte, Flammenprojektoren und andere zusätzliche Mittel im Einsatz. Bei der "Fancy dress night" griffen viele die Themen für urige Verkleidungen auf. Neu war ein Konzert mit der Gruppe Tygroo aus Prag zusätzlich zu den Feuer-Vorführungen.

Nach der Gala-Show wurde der Phoenix von allen Gala-Künstlern und von Abbii Miller und Jeremy Jevtic aus Brisbane/Australien entzündet. Die beiden sind seit Mai auf Europareise und waren erstmals auf der Phoenix. Abbii Miller gab Workshops für Feuerfächer. Sie hatte zuerst nicht realisiert, was passierte, als Jeremy Jevtic ihr vor mehr als 1000 Feuerspielern und weiteren Gästen einen Heiratsantrag machte - mit Gänsehaut-Momenten. "Ich finde schön, dass so viele Freunde und die Feuerspielefamilie Teil des Moments waren", sagte sie mit Tränen in den Augen und antwortet mit einem deutlichen Ja. Unger: "Diesmal war es ziemlich entspannt für die Organisation. Wir haben unser Team über die Jahre so optimiert, dass man sich auf alle verlassen kann."

Die Organisation für die siebte Auflage 2019 hat begonnen. 2020 wird es keine Phoenix geben. Den Veranstaltern ist es gelungen, die weltweit größte Jonglier-Convention EJC nach Leipzig zu holen, dann mit einem Anteil an Feuerspielern auf Phoenix-Niveau. Dieses Jahr waren sie dafür auf den Azoren, haben sich bei der EJC beworben und den Zuschlag bekommen. Unger: "Wir konnten mit unserer Erfahrung durch die Phoenix und unsere starke Gemeinschaft punkten."

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