Reichenbacher Radler sollen ihre Stadt bewerten

Gefährdet im Straßen- verkehr fühlten sich vor zwei Jahren 75 Prozent der in Reichenbach befragten Radfahrer. Die neue Befragung soll nun einen Effekt bringen.

Reichenbach.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), ein bundesweit aktiver Verein, startet erneut eine Befragung unter Fahrradfahrern in Reichenbach. Der Bundesverband fragt per Internet unter anderem nach der Wegequalität der Radwege, ob Radfahren im alltäglichen Stadtverkehr eher Entspannung oder eher Stress ist. Insgesamt 32 Fragen umfasst der Fragebogen.

Konrad Krause, Geschäftsführer des Vereins in Sachsen: "Damit der ADFC ein realistisches Bild zum Radverkehr in Reichenbach erhält, benötigen wir möglichst viele Personen, die am Fahrradklima-Test teilnehmen." Vor zwei Jahren haben sich in Reichenbach 126 Menschen an der Befragung beteiligt. Die damaligen Ergebnisse (www.adfc-sachsen.de/fahrradklima) hatten es in sich: 75 Prozent der in Reichenbach Befragten gaben an, sich beim Radfahren in der Stadt gefährdet zu fühlen. 87 Prozent der Befragten fühlten sich mit dem Rad auch an Baustellen unzureichend geschützt. 81 Prozent der Teilnehmer sahen sich regelmäßig von Autofahrenden bedrängt und behindert. 78 Prozent Befragten wünschten sich mehr sichere Abstellanlagen in der Stadt, sachsenweit waren es nur 61 Prozent. 69 Prozent der Reichenbacher Teilnehmer waren mit der Breite ihrer Radwege unzufrieden und 64 Prozent kritisierten die Oberflächenqualität der Wege. 2018 wünschten sich 81 Prozent der Testteilnehmer mehr geöffnete Einbahnstraßen in die Gegenrichtung, sachsenweit waren es nur 39 Prozent. Außerdem waren nur 9 Prozent mit der Wegweisung für Radfahrende zufrieden und nur 19 Prozent der Reichenbacher konnten mit einem guten Gewissen ihr Kind allein in der Stadt mit dem Rad fahren lassen.

Der sächsische Vereinsgeschäftsführer: "Bei Verantwortlichen in der Kommunalpolitik und in den Stadtverwaltungen konnte die Untersuchung in der Vergangenheit immer wieder das Bewusstsein für den Radverkehr schärfen." Und Krause weiter: "Wir hoffen, dass dieser Effekt auch nach dem Fahrradklima-Test 2020 eintritt."

Umso mehr Radfahrende ihre Stadt bewerten, desto besser lassen beispielsweise konkrete Aussagen darüber treffen, ob sich Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs positiv ausgewirkt haben oder Investitionen versackt sind.

Die Aktion läuft nicht nur in Reichenbach: Es soll eine Bestandsaufnahme zum Radverkehr in allen deutschen Städten geben, und dem ADFC als auch der Politik am Ort Feedback geben. Der Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet in diesem Jahr zum neunten Mal statt, so der Verband. Wie auch für Radler lebenswerte Städte und Gemeinden aussehen, soll damit herausgefunden werden. Was diese Orte bieten, damit sich Radfahrende mit unterschiedlichen Bedürfnissen und in allen Altersgruppen wohl und sicher fühlen, soll geklärt werden. Bewerten können das nur die Radfahrenden selbst, meint man im Verband. Mitmachen könne jeder, der Rad fährt, egal ob Club-Mitglied oder nicht. (lk)

Der Fragebogen ist zu finden im Internet unter:www.fahrradklima-test.de

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