Reichenbacher Schützen nun Teil des immateriellen Kulturerbes

Eine Hinweistafel soll künftig das Vereinsanlage zieren. Das Schützenfest am Montag bietet auch gelebte Historie.

Reichenbach.

Die Privilegierte Bürgerschützengesellschaft zu Reichenbach (PBSG) ist jetzt Bestandteil des Immateriellen Kulturerbes "Schützenwesen in Deutschland". Die entsprechende Tafel wollen die Schützen an ihrer Vereinsanlage im Walkholz anbringen. Frank Krause, der sich seit vielen Jahren um das Brauchtum kümmert, sagte dazu: "Nicht alle Schützenvereine haben so eine Tafel erhalten. Wir wurden ausgewählt, weil wir altes Wissen und Können pflegen und weitergeben."

Dazu gehören auch historische Vogelschießen, wie sie bei Schützenfesten in Reichenbach angeboten werden, so auch am Montag. Darüber hinaus organisieren die Reichenbacher Schützen auch Vogelschießen an anderen Orten, zum Beispiel auf Dorffesten, bei Jubiläen oder beim Treffen sächsischer Schützenvereine am 17. August in Geyer.

Zudem haben die Schützen in Reichenbach eine lange Tradition. Krause: "Das Schützenwesen ist in Reichenbach seit 1541 urkundlich belegt und somit die älteste Vereinigung unserer Heimatstadt. Seit diesem Zeitpunkt gehört das Schützenwesen als Ausdruck und Manifestation der Wehrhaftigkeit der Städte auch zum städtischen Leben."

Die Bürger haben einst regelmäßig mit der Armbrust geübt. Deshalb griff der Erste Schützenverein nach seiner Wiedergründung 1990 den Brauch des Adlerschießens auf. 2016 nahm der Verein den ursprünglichen, historischen Namen der Reichenbacher Schützengesellschaft wieder an, um die Verbundenheit zur Stadt und zu deren Bürgern zu zeigen. Die PBSG unter Leitung von Direktor Horst Mecke hat zurzeit 49 Mitglieder mit einer Jungschützenabteilung von elf Jungschützen, die die größte im Sportschützenkreis I Vogtland ist.

Auf dem Vereins-Schießstand Am Walkholz in Reichenbach richten die Schützen seit vielen Jahren Kreismeisterschaften und andere Wettkämpfe in den Disziplinen Kleinkaliber, Großkaliber und Vorderlader aus. Höhepunkt sind dort seit 2015 die Landesmeisterschaften in der Wettkampfdisziplin Sportrevolver 38 Spezial.

Vor dem Schützenfest am Montag haben die Reichenbacher Schützen noch mehrere Bewährungsproben zu bestehen. Krause, Florian Wilfert und Luisa Strobel fahren zu einem internationalen Wettkampf nach Berlin und von dort mit weiteren Schützen zum Deutschen Schützentag in Frankfurt, wo die Landes-Jungschützenkönigin Luisa Strobel um den Titel Bundes-Jungschützenkönigin kämpft. Sie hatte ihren Landestitel am 18. März verteidigt. Im vorigen Jahr kam sie nur knapp geschlagen als Viertbeste vom Bundesschützentag zurück.


Schützenfest

Programm: 12.30 Uhr, Treffen der Schützenvereine an der Kreuzung Albertistraße/Zwickauerstraße/Oststraße in Reichenbach (Anfang der Fußgängerzone Zwickauerstraße vor der Firma Lederwaren Singer);

13 Uhr, Festumzug mit der Reichenbacher Schalmeienkapelle und befreundeten Vereinen zum Park der Generationen mit Böller- und Salutschießen am Rathaus, am Museum und am Stadtsteg;

14 Uhr, Aufstellen der Vereine an der Fest-Tribüne mit Begrüßungsansprache, Grußworten der Ehrengäste und Übergabe der Gastgeschenke;

14.30 Uhr, Beginn des Adlerschießens und des Festbetriebs mit der musikalischen Umrahmung durch die Schalmeienkapelle Reichenbach und die Hirschsteiner Musikanten;

18 Uhr, Siegerehrung des Adlerschießens auf der Festtribüne.

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