Reichenbachs Energiequellen auf Schusters Rappen erkunden

Die Stadtwerke arbeiten mit Wanderverein und Gymnasiasten an einem Energiewanderweg. Ein tolles Panorama bietet er auch. Aber das muss man sich verdienen.

Reichenbach.

Die Idee kam Stadtwerke-Geschäftsführer Lars Lange während eines Urlaubs in Österreich. "Ich bin großer Wanderfan", so Lange. "Und ich interessierte mich für die dortige Energieerzeugung. Bei einem Besuch im Wasserkraftwerk war ich begeistert, wie man Energie erlebbar machen kann."

Erlebbar machen, genau das wollte Lange daheim auch. "Energie entsteht hier in Reichenbach und wird auch hier in Reichenbach verbraucht", so Lange. "Das wollte ich den Leuten zeigen." Eine mögliche Route war in seinem Kopf schon grob vorhanden: Entlang der Biogasleitung von der Agrargenossenschaft Rotschau hin zum Heizwerk am Obermylauer Weg. Doch beim Feinschliff steckte der Teufel im Detail. Lässt sich der Weg mit den Energie-Anlagen der Stadtwerke, wie Ladesäulen, Gasregel- und Trafostationen oder Umspannwerk attraktiv verbinden? In welcher Form soll die Erläuterung an den technischen Anlagen erfolgen?


Bei Frage Nummer eins mussten Wanderprofis ran - in diesem Fall die Mitglieder des Vogtländischen Gebirgs- und Wandervereins Göltzschtalbrücke Reichenbach. "Wir kennen die Gegend natürlich sehr genau, haben uns das aber trotzdem vor Ort angesehen", sagt Vorsitzender Harald Meckel. Später hat er die Daten am Computer eingegeben, und der rund 8,5Kilometer lange Weg war vom Prinzip fertig. "Wir haben darauf geachtet, nicht nur die technischen Anlagen der Stadtwerke zu integrieren, sondern den Wanderern auch ein tolles Panorama zu verschaffen", erklärt er. So gibt es beispielsweise einen beeindruckenden Ausblick auf die Göltzschtalbrücke, darauf haben Meckel und seine Leute großen Wert gelegt. Vom Schwierigkeitsgrad ist der Weg eher einfach. "Man kann ihn mit einem Kinderwagen bewältigen", so der Vereinsvorsitzende. Natürlich gehe es immer wieder hoch und runter, so sei das nun mal im Vogtland. Und der Krankenhausberg ist natürlich nicht ohne. Den tollen Ausblick muss man sich schon verdienen.

Bleibt noch die Herausforderung einer geeigneten Beschilderung: Die Beschreibung der technischen Anlagen entlang des Weges in möglichst verständlicher Form, um beispielsweise zu erklären "Wozu wird eine Trafostation gebraucht? Welche physikalischen Prozesse laufen ab?"

Barbara Meckel, die Frau des Vereinsvorsitzenden, hatte die Idee, daraus ein Schulprojekt zu machen. Caren Uhlmann, Physiklehrerin am Reichenbacher Goethe-Gymnasium, und auch Schulleiter Lutz Niepold waren begeistert und boten an, im Rahmen des Physikunterrichts der 8. Klasse die Beschilderung der Stadtwerke-Anlagen entlang des Energiewanderwegs zu erarbeiten. Die Inhalte für insgesamt acht Infotafeln werden die jetzigen Achtklässler im nächsten Schuljahr erstellen.

Die Umsetzung der Beschilderung übernimmt die Agentur "Creativwerbung" aus Reichenbach. Wenn alles planmäßig verläuft, können Neugierige den "enrigo-Wanderweg" im nächsten Jahr praktisch erkunden. Im eigentlichen Sinne "fertig" ist er aber noch lange nicht. "Wir wollen den Weg dann weiterentwickeln", kündigt der Stadtwerke-Geschäftsführer an. Vielleicht mit Rätseln, die an den einzelnen Etappen gelöst werden können. Lange: "Dazu gibt es aber bislang nur grobe Ideen."

Am heutigen Mittwoch schnüren Familie Meckel, Mitarbeiter der Stadtwerke sowie die 8. Klasse des Gymnasiums samt ihrer Lehrerin schon mal Schusters Rappen. Gemeinsam laufen sie einen Teil der Strecke zur Probe ab.

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