Riesenkrone holt ersten Platz

Eine fast mannshohe Ernte-Krone war der Hit des Wettbewerbes der Landfrauen. Neben der Unterhaltung rückt verstärkt die Information in den Mittelpunkt des Hoffestes der Marienhöhe.

Waldkirchen.

Die Mehrheit der 900 Besucher, die beim vogtländischen Erntekronen- und Erntekranzwettbewerb am Wochenende ihr Votum für ihr Lieblingsexponat abgaben, waren sich einig: Das 1,60 Meter große Prachtexemplar des Teams Kronika aus dem oberen Vogtland gewinnt den ersten Preis. Den schönsten Kranz band die Vorjahressiegerin Christina Müller aus Hohenstein-Ernstthal.

Der von der "Freien Presse" präsentierte und von den Irfersgrüner Landfrauen ausgerichtete Wettbewerb war Teil des Hoffestes der Marienhöher Milchproduktion und Direktvermarktung. Unter 20 Kränzen und sechs Kronen wählte das Publikum und eine Jury die schönsten Exemplare aus. Zweite Preise gingen an die Landfrauen Irfersgrün (Krone) und Simone Thümmler aus Irfersgrün (Kranz). Dritte Preise holten der Bastelkreis der Kirchgemeinde Waldkirchen (Kranz) und Jörg Ossig (Krone), der einzige männliche Aussteller von der Kirche zum Heiligen Kreuz aus Falkenstein.

Die Siegerkrone banden sechs Frauen für die Agrargenossenschaft Bergland Clausnitz, die das schmucke Stück zu ihrem Hoffest im Oktober präsentieren möchte. "Wir haben zeitig im August mit Binden begonnen, damit wir auch rechtzeitig fertig werden", berichtet Helga Müller aus Wiedersberg, in deren Wohnung die ganze Aktion stattfand. Ein Nachbar fertigte mit Hilfe einer Holzpalette und Rädern ein Fahrgestell für die Krone, um sie transportieren zu können.

Armin Döhler, langjähriger Schirmherr, sieht im Wettbewerb nicht nur den Unterhaltungswert. "Der Wettbewerb der Landfrauen ist zugleich Anerkennung und Wertschätzung der vogtländischen Landwirtschaft." Diese sei in einem zweiten Dürrejahr mit noch geringeren Erträgen als 2018 besonders wichtig.

Mehrere tausend Besucher nutzten die Gelegenheit zum Schauen, Informieren, Essen, Trinken, Schlendern und Einkaufen. Die Marienhöhe bot zudem gut frequentierte Flurfahrten zum nahen Rapsfeld an, um die vom Betrieb praktizierte regenerative Landwirtschaft vorzustellen.

Eines fiel Geschäftsführer Heiko Hölzel besonders auf: "Die Besucher interessieren sich mehr als früher für die Landwirtschaft und stellen gezielt Fragen." Vielleicht sei das eine positive Nebenwirkung der oft negativen Schlagzeilen über die Landwirtschaft: Die Verbraucher hinterfragen vieles und entscheiden sich auch oft gezielt für den Einkauf regionaler Produkte. Der Kuhstall war ein besonderer Anziehungspunkt, denn dort kalbten zwei Kühe vor den Augen der Besucher. "Die Geburt eines Kalbes mitzuerleben, ist für viele ein ganz besonderes Ereignis", sagte Heiko Hölzel.

Das Hoffest bietet einen Blick hinter die Kulissen, stellt Technik von früher und heute vor und zeigt auch, wie körperlich anstrengend Landwirtschaft noch im vorigen Jahrhundert war: Eine von einem Traktor angetriebene Dreschmaschine lief. Männer gabelten Hafer in die Maschine, die fein säuberlich die Körner vom Stroh trennte. Auch einen Viehtransporter aus der Neuzeit konnte die Besucher von innen besichtigen und dem Viehhändler, der extra gekommen war, Fragen zum Transport von Tieren stellen.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 3 Bewertungen
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...