Rotschauer Feuerwehr feiert ihren 130.

Neue Ideen für die Nachwuchsgewinnung, Wettbewerbe und Technik waren zu bewundern. Das gute Klima trägt Früchte, so Wachenleiter Lutz Steinbach.

Rotschau.

Das Thema Nachwuchsgewinnung wird im Ehrenamt immer mehr zum Problem. Die Jugendgruppe Rotschau der Jugendfeuerwehr Reichenbach hatte sich daher Gedanken gemacht, wie sie das Thema beim Jubiläumsfest anpacken kann und zur Feuerwehr-Rallye eingeladen. An sechs Stationen zwischen Gerätehaus und Turnhalle konnten die Kinder Wissen und Können in Zusammenhang mit der Feuerwehr unter Beweis stellen.

Jeder Teilnehmer wurde dabei von einem Mitglied der Jugendfeuerwehr begleitet, das auch den Laufzettel ausfüllte. Außerdem standen die Nachwuchsfeuerleute an den Stationen als Betreuer bereit. Ganz nebenbei lernten die Kinder etwas für das Leben, zum Beispiel an der ersten Station, wo es um Unterflurhydranten ging. Die hat jeder schon einmal auf der Straße gesehen, aber nicht alle wissen etwas damit anzufangen. Die zweite Station war dem Notruf gewidmet. Punkten konnte dort, wer die Notrufnummer 112 wusste und die richtigen Angaben zum vorgefundenen Szenario machen konnte. Der Clou: Wenn die Nummer richtig gewählt wurde, meldete sich am anderen Ende ein Feuerwehrmann, so wie im richtigen Leben die Leitstelle.

Die Technik dafür hatten sich die Rotschauer vom Bereich Jugendfeuerwehr des Kreisfeuerwehrverbandes ausgeliehen, sagte Jugendgruppenleiter Max Sommer. Eine Leihgabe aus Limbach war die Taststation. Dort wurden Feuerwehrgegenstände in der Tastbox erraten und ein Oberflächen-Memory blind zusammengesetzt.

Bei einem Quiz waren Fragen zu Blaulicht, Martinshorn und Co. zu beantworten, während es an der fünften Station praktisch zur Sache ging. Dort wurde auf Zeit eine Hausattrappe gelöscht. Zudem waren Feuerwehrknoten zu binden. An der sechsten Station lagen Gegenstände wie Motorkettensäge, Verkehrsleitkegel oder Funkgerät, die benannt und kurz erklärt werden mussten. Manchmal staunten sogar die Mitglieder der Jugendfeuerwehr, wie beim siebenjährigen Till, der zu jedem Gegenstand den Sinn und Zweck wusste. Doch er ist schon beim Fußball, und gegenseitig abwerben will man sich die Rotschauer Kinder nicht. Dass nach Arne Sprenger die Mädchen Käthe Schäfer und Emely Schinke gewannen, passt zur Rotschauer Jugendgruppe, in der viele Mädchen aktiv sind. Sie trägt dazu bei, dass Wachenleiter Lutz Steinbach eine gute Entwicklung seiner Wache präsentieren konnte: "Wir sind momentan personell und materiell sehr gut aufgestellt. Die Wehr ist ständig gewachsen." 29 Mitglieder in der Einsatztruppe, dazu sechs in der Alters- und Ehrenabteilung und 15 in der Jugendgruppe sind eine erstaunliche Zahl für den Reichenbacher Ortsteil. Als Ursache des Erfolgs nannte er die Kameradschaft und das gute Klima in der Wehr sowie die hervorragende Nachwuchsarbeit, deren Ergebnisse man auch anhand der Pokale im Gerätehaus bewundern konnte. Dort war eine Ausstellung mit historischer Technik aufgebaut, die durch eine Schau mit Leitern zwischen 1890 und der aktuell genutzten Drehleiter der Reichenbacher Feuerwehr ergänzt wurde.

Zur Festveranstaltung am Freitagabend wurde der Reichenbacher Stadtwehrleiter Thomas Weck zum Hauptbrandmeister befördert. Veit Bursian erhielt für seine ehrenamtliche Arbeit im Dienst der Feuerwehr die Verdienstmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes in Gold. Nils Steinbach wurde für seine Verdienste als Ausbilder mit der Ehrenurkunde der Jugendfeuerwehr Sachsen geehrt.

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