"Sabine" deckt Kita-Dach ab

Das Sturmtief hat im Altkreis Reichenbach erhebliche Schäden angerichtet. In Netzschkau wurde sogar ein Kindergarten evakuiert.

Netzschkau.

Kurz nach Mittag mussten alle raus. Nachdem das Sturmtief "Sabine" am gestrigen Montag das Dach der Kindertagesstätte Märchenland in Netzschkau abgedeckt hatte, wurde das Haus an der Elsterberger Straße sofort evakuiert. 62 Kinder - davon 14 im Krippenalter - wurden mit Hilfe von Feuerwehr und Rettungsdienst im benachbarten Feuerwehrdepot und in einem bereitgestellten Omnibus in Sicherheit gebracht. "Zum Glück wurde niemand verletzt", sagte Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein). Wie Purfürst mitteilte, sollen sie bis auf Weiteres in der Kita Am Schlosspark betreut werden. Denn die Kita Märchenland bleibt erst mal dicht. "Ich kann ja noch nicht mal jemanden für eine Notsicherung aufs Dach schicken, das wäre unverantwortlich", so Purfürst. "Der starke Wind soll bis Mittwoch andauern."

Auch im Rest des Vogtlands hielt "Sabine" die Einsatzkräfte auf Trab. Die Feuerwehren mussten bis Montagnachmittag zu 157 Einsätze ausrücken. Vom Gebäude der Feuerwehr Unterheinsdorf deckte der Sturm die nach der Wende aufgebrachte Schweißbahn ab. Auf dem Massivdach sei aber zum Glück noch Teerpappe von 1960 drauf. "Ich hoffe, dass es dicht ist", sagte Wehrleiter Uwe Eichhorn. Bei einer ersten Überprüfung sei keine eindringende Nässe entdeckt worden. Schäden gab es auch an den Dachrinnen sowie an den Abzügen von Heizung und Toiletten am Depot.

An der Halle der Kälte- und Klimatechnik-Firma Thermofin im Industriegebiet am Windrad haben Sturmböen Oberlichter beschädigt. An der Alloheim-Senioren-Residenz Reichenbach fiel ein vom Sturm abgeknickter Baum auf das Flachdach des Küchentraktes. Zu Schaden kam zum Glück keiner. Auch andernorts knickte "Sabine" zahlreiche Bäume um, die unter anderem zu Straßensperrungen bei Schneidenbach, Netzschkau und weiteren Orten führten. Die Reichenbacher Friedhöfe sowie der Stadtpark und der Park der Generationen sind bis auf Weiteres für Besucher gesperrt.

Zwölf Stunden mussten die Bewohner der Finkenburg, einer Wohnsiedlung in Irfersgrün, ohne Strom auskommen. Gegen 23 Uhr stürzte am Sonntag ein Baum auf eine Zuleitung und unterbrach die Stromversorgung. Erst am anderen Tag gegen Mittag funktionierte der Energiefluss wieder. Auch in Rotschau kam es durch Schäden an Freileitungen immer wieder zu Stromausfällen. Wie Evelyn Zaruba von der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom (Mitnetz) mitteilte, waren Montagmorgen vogtlandweit rund 1200 Kunden ohne Strom.

In Auerbach fiel am Sonntag kurz vor Mitternacht ein Baum auf drei Autos sowie auf einen Kleintransporter, die auf einem Parkplatz am Feldschlösschen abgestellt waren. Tief saß der Schreck bei den Bewohnern eines Mehrfamilienhauses an der Hegelstraße in Plauen: Der Sturm deckte Teile des Daches ab.

Spuren von "Sabine" in Auerbach im Video:

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