Schalmeien heizen 650 Gäste ordentlich ein

Sie ist laut und sie geht ins Ohr und sie sorgt im Nu für beste Stimmung: Musik der Schalmeienkapelle in Reichenbach, die sich für ihr Fest Gäste eingeladen hatte.

Reichenbach.

Mit "unplagged", also ohne Verstärker, muss die Reichenbacher Schalmeienkapelle nicht für sich werben, wenn sie auf ein besonderes musikalisches Erlebnis aufmerksam machen will. Leise ist auch nicht gerade das Markenzeichen einer Schalmeienkapelle. Die Töne der mehr als 50 Instrumente füllten am Samstag ganz ohne technische Hilfsmittel die Turnhalle an der Cunsdorfer Straße bis in den letzten Winkel. Diese Musik hat eine große Fangemeinde, wie unschwer zu erkennen war. 650 Karten gingen über den Tresen. "Das ist jedes Jahr so", berichtet Thomas Hartwig der musikalische Leiter der Kapelle, die bereits zum 18. Mal zu einem Musikfest eingeladen hatte. "Wir haben bewusst eine Zeit ohne Feste im Freien gewählt, weil wir im Sommerhalbjahr bis zu 50 Auftritte absolvieren und selbst ständig unterwegs sind, manchmal haben wir bis zu drei Auftritte am Wochenende", so Hartwig weiter.

Zum Feiern hatten sich die Schalmeienmusiker zwei befreundete Kapellen eingeladen: die Schalmeienkapelle der Feuerwehr Rehefeld im westlichen Erzgebirge und die Kleinreinsdorfer Schalmeien aus der Nähe von Greiz. Für musikalische Abwechslung sorgte die Oldie Live Band aus Leipzig.

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Ein durch und durch erfolgreiches Winterhalbjahr liegt hinter den Gastgeber. "Wir konnten unsere Kapelle um zehn Musiker verstärken. Sieben Kinder und drei Erwachsenen spielen neu bei uns", freut sich Hartwig. Dieser Zuwachs sei das Ergebnis einer Flyeraktion. Die Handzettel verteilten die Musiker voriges Jahr in Reichenbach. Zum Musikfest präsentierten sich die Reichenbacher Schalmeienmusiker also personell verstärkt und mit einigen neuen Liedern im Repertoire.

Über die Kinder an den Instrumenten sagt Hartwig: "Zehn Jahre alt sollten sie mindestens sein, sonst fehlt ihnen die Kraft in den Fingern und die Kraft, um die Luft durch das Instrument zu blasen." Musikalische Vorkenntnisse seien nicht erforderlich. "Wir bilden unseren Nachwuchs selbst aus", erklärt der musikalische Leiter. Fünf Stimmgruppen an den Blasinstrumenten deckt die Kapelle ab. Und je nachdem, wo gerade Musiker fehlen, setzt die Kapelle die Neulinge ein.

Um die Turnhalle in Schwingung zu versetzten, reichte das Erscheinen der Gastgeber, die gleich nach einem ersten musikalischen Auftakt der Oldie Live Band, ihren ersten Auftritt hatte. Die Gäste erhoben sich von den Bänken. Zahlreiche Handykameras filmten und fotografierten das Geschehen. Auch die beiden anderen Kapellen waren keine Unbekannten und schon einmal zu Gast bei den Reichenbachern.

Einige Gäste konnten den Beginn der Veranstaltung kaum erwarten. "17 Uhr war Einlass. Die erste Besucherin war 16.15 Uhr da, obwohl sie eine Karte hatte. Wir haben ihr dann einen Stuhl rausgestellt, damit sie sich wenigstens setzen konnte", berichtet Hartwig über die treuesten Fans. Alle gemeinsam hatten dann Gelegenheit bis nach Mitternacht ausgiebig zu feiern.

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