Schnelles Internet: Masterplan fehlt noch

Arbeiten dauern länger - Landratsamt nennt März als neuen Termin

Reichenbach/Plauen.

Der vom Landratsamt in Auftrag gegebene Masterplan zur vollständigen Versorgung des Vogtlandkreises mit schnellen Internetanschlüssen lässt noch auf sich warten. Das hat die Kreisverwaltung auf Nachfrage der "Freien Presse" eingeräumt.

Der Auftrag war vor im November 2018 an eine Ingenieurgesellschaft vergeben worden. Damals hieß es, dass das Konzept zum Verlegen der Glasfaserkabel "in etwa einem halben Jahr" vorliegen solle. Ein Jahr später teilt das Landratsamt als Auftraggeber mit, dass der Masterplan noch "in Erarbeitung" sei. Er soll nun im März kommenden Jahres den Kommunen zur Diskussion vorgestellt werden.

Zu den Gründen der Verzögerung lässt Landrat Rolf Keil (CDU) mitteilen: "Der eigentlichen Masterplanung ging eine sehr detaillierte Erfassung der Glasfaser-Bedarfspunkte sowie Abstimmung künftiger POP-Standorte (Knotenpunkte) jeweils zusammen mit den Kommunen voraus. Diese konnte erst im August 2019 abgeschlossen werden, so dass erst im Anschluss daran die konkrete Umsetzungsplanung beginnen konnte." Der Masterplan soll erstmals Auskunft geben, wie es möglich wird, Breitband-Versorgungslücken in der Region zu schließen, prioritär alle Schulen und Gewerbegebiete mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen und das zum Teil vorhandene Glasfasernetz weiter zu verknüpfen und auszubauen. Trassenverläufe sollen dabei straßenzugweise und straßenseitengenau dargestellt werden, damit Kommunen beim Straßenbau bereits jetzt in der Lage sind, Leerrohre richtig zu positionieren, hieß es.

Das ist ein lohnendes Ziel, denn der bisherige Ausbau erfolgt eher nach dem Prinzip Flickenteppich: Wer gestern noch über einen passabel schnellen Internetanschluss verfügte, kann aufgrund der bisherigen Förderpraxis schon morgen schon das Nachsehen haben, da die Politik stets neue "privilegierte Ausbaugebiete" definierte und fördert. Galten Datengeschwindigkeiten von 30 MBit beim Netzausbau vor Jahren noch als Nonplusultra, gehören die damals erschlossenen Gebiete in naher Zukunft zu den schlechter versorgten: Die derzeit laufende Ausbaustufe bringt einigen Haushalten und Gewerbegebieten Glasfaserkabel direkt ans Gebäude und macht Übertragungen bis 50 MBit pro Sekunde möglich.

Unbeantwortet ließ das Landratsamt die Frage nach den finanziellen Folgen der Verzögerung.

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