Schüler entdecken neue Themengebiete für sich

Nicht nur die Reichenbacher Gymnasiasten zogen aus einer Schularbeit neue Erkenntnisse. Der Betreiber eines Reichenbacher Sportzentrums öffnet für sie die Türen.

Reichenbach.

Komplexe Lernleistungen sind die ersten wissenschaftlichen Arbeiten, die künftige Abiturienten für die Zulassung zum Abitur nachweisen müssen. Jedes Jahr bearbeiten die Zehntklässler selbst gewählte oder vorgegebene Themen. In diesem Jahr stellte sich mehr als ein Viertel der 78 Zehntklässler des Reichenbacher Goethe-Gymnasiums Schwerpunkten, die sich mit Sport und gesunder Ernährung beschäftigen.

Die Arbeiten mit 15 Seiten Text und Bildern sind den Fächern Biologie und Sport zugeordnet. Im Sport- und Gesundheitszentrum Injoy ist der Extrakt der Arbeiten in einer Ausstellung zu sehen. René Meyer und Nick Kunstmann kümmerten sich erstmals um die Schüler. Die Zusammenarbeit soll keine Eintagsfliege bleiben. Das haben Lehrerin Andrea Franke und Injoy-Betreiber René Meyer bereits vereinbart. Die Pädagogin: "Schule wurde hier mit Praxiserfolg verbunden Wir hatten ein halbes Jahr 100-prozentige fachliche Unterstützung. Die Schüler konnten ein- und ausgehen und sind in Themengebiete eingestiegen, die sie sonst nicht so hätten bearbeiten können." Der Studiobetreiber: "Auch wir waren gefordert, denn wir mussten wieder in die Sportwissenschaft eintauchen."

Clemens Unger verglich seinen Lieblingssport Fußball etwa mit Bodybuilding. Er ging auf Trainingsprinzipien ein und fand, dass sich beides gut kombinieren lässt. Franziska Janusch hat im Fitnessstudio eine Umfrage gemacht: "Mich interessierten die Ernährungsgewohnheiten verschiedener Altersgruppen. Hier sind alle vertreten und ich glaube, ich habe ehrliche Antworten erhalten. Auch ältere Menschen wissen, Sport treiben zu müssen, um fit zu bleiben." Die Schülerin fand ihre Ausgangsthesen bestätigt. Jessica Fiebig kennt man von guten Platzierungen im Eisschnelllauf. Sie hat ihrem Training einmal pro Woche den Aufenthalt im Fitnessstudio hinzugefügt, um ein Gefühl für Unterschiede zu bekommen. Möglicherweise verbessern sich jetzt ihre Leistungen im Kugelstoßen. Dort war sie nicht gut und hat dank der Fitnesstrainer erfahren, wo die Ursachen liegen. Marlene Schaller ist Tennisspielerin und kann sich eine berufliche Zukunft in Verbindung mit Sport vorstellen. Sie hat sich erst am Computer mit den Grundlagen des Trainings auseinandergesetzt und dann die Trainer befragt.

Ein 30-tägiges Selbstexperiment hat Franziska Schröter gestartet: "Ich hatte schlimme Akne und habe mich vegan ernährt. Das Hautbild hat sich gebessert." Allerdings habe sich die Ernährung anfangs auf Ausdauer und Durchhaltevermögen ausgewirkt, später sei es besser geworden. Der Mensch ist für die Schülerin ein Allesfresser. Sie wird sich künftig weiter ausgewogen ernähren, mit vegetarischen Tagen.

Die Arbeit mit den Schülern wird sich auch auf die Lehrausbildung auswirken. René Meyer versprach: "Wenn Schüler einfach und gut etwas mit ihren Worten erklären, verstehen das Jugendliche besser als drei Seiten Fachtext. Das werden wir in der Ausbildung verwenden."

Andere Schüler haben sich mit Themen wie Diabetes oder Ernährung in 50 Jahren auseinandergesetzt. "Wir sind nicht dümmer geworden", so das persönliche Fazit des Injoy-Chefs.

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