Schüler spielen "Die Vögte von Weida"

Kulturweg der Vögte: Ausstellung "Der Deutsche Orden im Komturhof"

Limbach/Plauen.

Eine heute in Leipzig aufbewahrte Handschrift überliefert eine mittelalterliche Schauernovelle mit dem Titel "Die Vögte von Weida". Darin geht es anders als in den üblichen Rittergeschichten um ein mutiges junges Mädchen, das ihren beim König in Ungnade gefallenen Vater aus dem Kerker befreien muss. Dabei scheut sie weder davor, die bestehenden Frauen- und Männerklischees umzukrempeln, noch der furchteinflößenden Aufgabe entgegenzusehen, ein seit Jahrzehnten verfluchtes Kloster von den darin hausenden Geistern zu befreien.

Im Rahmen des seit 2016 von der Europäischen Union geförderten Projektes "Kulturweg der Vögte" hat die Professur Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit der TU Chemnitz gemeinsam mit der Dittes-Grundschule Plauen, dem Theater Plauen/Zwickau und der Montessori-Grundschule Limbach es geschafft, der mittelalterlichen Novelle neuen Glanz zu verleihen.


Luca Kirchberger, Absolventin des TU-Masterstudiengangs "Rezeptionskulturen der Vormoderne", hat die Erzählung in ein raffiniertes Stück umgeschrieben, das sich an die Größe und Bedarfe jeder Schule anpassen lässt. "Seit Herbst 2018 wird in den jeweiligen Schulen fleißig mit der Hilfe von Studierenden aus dem Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz für den großen Auftritt geprobt, geplant und gebastelt", berichtet Professor Christoph Fasbender.

Den Anfang macht am 29. Juni die evangelische Montessori-Grundschule in Limbach, die in der passenden Kulisse auf Burg Mylau ihre Ergebnisse präsentieren wird. Die Aufführung des Schülertheaterstücks "Die Vögte von Weida" beginnt 14 Uhr. Am 3. Juli folgt 17 Uhr im Komturhof Plauen, Schulberg 2, die Dittes-Grundschule Plauen. Im Herbst erscheint zu diesem Projekt eine theaterpädagogische Publikation von Luca Kirchberger.

Gemeinsam mit vier Studenten der Rezeptionskulturen ist an der TU Chemnitz unter der Leitung von Professor Fasbender zudem eine Ausstellung über die Geschichte des Deutschen Ordens im Vogtland entstanden, die ab dem 27. Juni im Komturhof Plauen zu sehen ist. Der Eintritt ist frei.

Die zwölf deutsch-tschechischen Aufsteller thematisieren unterschiedliche Aspekte der Geschichte des Deutschen Ordens, so etwa die wissenschaftlich unzureichend erforschte Literaturproduktion, den Einfluss des Ordens auf die Infrastruktur des Vogtlandes und die großen wirtschaftlichen Errungenschaften des 1190 am Strand von Akkon unter einem weißen Segel gegründeten Ritterordens der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem. Die Ausstellung wird am 27. Juni, 17 Uhr feierlich im Komturhof eröffnet. (gb)

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