Schülerverkehr: Heinsdorf macht mobil

Eine in den Vogtlandnetz-Plänen nicht mehr auftauchende Busverbindung löst im Gemeinderat Empörung aus. Jetzt soll Druck auf Politik und Aufgabenträger aufgebaut werden.

Heinsdorfergrund.

So viel ist klar: Das neue Vogtlandnetz 2019+ startet am 13. Oktober und damit im neuen Schuljahr. Unklar ist jedoch, wie, wann und von wo aus dann viele Schüler ihre Bildungseinrichtungen erreichen können. Denn fertige Pläne zum Schülerverkehr gibt es derzeit noch nicht. Auf der Homepage des Aufgabenträgers Verkehrsverbund Vogtland heißt es dazu: "Die spezifischen Schülerfahrten sind noch in Arbeit und werden ergänzt."

Für Uwe Georgi ist es deshalb im Hinblick auf die Einführung des neuen Liniennetzes für den Busverkehr fünf vor zwölf: "Ich denke, uns droht ein Chaos, das das Müllchaos übertrifft", sagte der Heinsdorfer Gemeinderat auf der Sitzung des Gremiums am Montagabend. Der Kommunalpolitiker vermisst in den neuen Plänen die Linie Hauptmannsgrün/Oberneumark, die entfällt. "Damit müssten Kinder aus Hauptmannsgrün ab 13. Oktober über Oberheinsdorf, Unterheinsdorf und Reichenbach nach Neumark zur Oberschule fahren", skizzierte Uwe Georgi ein Szenario, das Empörung bei Räten und Gästen auslöste. Schließlich wären die Kinder dann nicht nur eine Viertelstunde, sondern eine Stunde unterwegs. Dazu kämen frühere Abfahrtszeiten. "Und die Kinder müssten in den Bussen stehen, da die jetzt schon bei noch zwei Linien voll sind. Da sollten wir als Gemeinde was tun."

Auch die Abfahrtszeiten an der Grundschule, ergänzte Ortschefin Marion Dick, seien weltfremd. Deshalb verständigte sich der Rat darauf, für die Sitzung am 18. März Landrat Rolf Keil (CDU) einzuladen. "Wir brauchen ein Schulbus-Konzept, bei dem die Schulträger mitreden", sagte Marion Dick, die im Hinblick auf neue Fahrzeiten kleinere Anpassungen des Unterrichtsbeginns für möglich hält. Zustimmung erhielt der Rat von Melanie Müller, stellvertretende Elternratsvorsitzende der Oberschule Neumark: "Viele Eltern wissen gar nicht, was auf sie zukommt. Wer im Mai keine Linie hat, hat auch im Herbst keine: Wir müssen jetzt Druck auf den Verkehrsverbund aufbauen und Forderungen formulieren." Tobias Keller, Leiter des Reichenbacher OB-Büros, versicherte, die Stadt habe die Heinsdorfer Belange bei ihren Bemühungen um eine optimale Fortführung des Schülerverkehrs im Blick. "Wir sind dazu mit dem Verkehrsverbund im Gespräch."

Ende 2018 hatte der Verkehrsverbund angekündigt, das neue Liniennetz werde den Großteil der Schülerbeförderung abdecken. Die Einrichtung zusätzlicher Schulbuslinien solle aber Ausnahme bleiben. "Sie können alles vergessen, was heute an Schulbusplänen existiert", hatte der inzwischen ausgeschiedene Verbandschef Thorsten Müller gesagt.

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