Schule Lengenfeld: Eine alte Dame hat sich herausgeputzt

Vom Keller bis zum Dach ist die denkmalgeschützte Oberschule jetzt gerüstet für das 21. Jahrhundert. Was es nach dem jüngsten Umbau an Neuerungen gibt, schauten sich die Gäste am Donnerstag an.

Lengenfeld.

Wie eine alte Dame, die beim ganz großen Kino die Hauptrolle spiele, so stehe sie jetzt da, die Lengenfelder Oberschule, mit ihren 114 Jahren, frisch heraus geputzt mit einem neuen Kultur- und Freizeitzentrum unterm Dach, das in den letzten anderthalb Jahren entstand und am Donnerstag im Rahmen einer Feierstunde seine Einweihung erlebte.

Diesen Vergleich wählte Schulleiterin Anke Barth, die davon berichtete, wie sich Lehrer und Schüler während der Bauarbeiten mit dem Lärm von Presslufthämmern, Dreck und Materialtransporten durch das Treppenhaus arrangierten. Zwangspausen wegen Prüfungen, die Corona-Pandemie und andere Unwägbarkeiten, die fast jede Baustelle mit sich bringt, haben alle Beteiligten hinter sich gelassen. "Im Rückblick ist das nicht mehr wichtig. Es ist etwas Schönes für ganz Lengenfeld entstanden" fokussierte die Schulleiterin das Publikum auf das Wesentliche.

Alter und Baustil heben die "alte Dame" mit ihren historischen Fußbodenfliesen und dem schmiedeeisernen Treppengeländer auf die Liste der Denkmalschutz-Objekte - und trotzdem müsse sich dieses Gebäude den Anforderungen des digitalen Zeitalters stellen, so beschrieb die Schulleiterin den Spagat zwischen Historie und Moderne. Letztere halte seit 30 Jahren in Etappen Einzug. Auch daran erinnerte Anke Barth, die zurückblickte auf das Schulkonzept der 1990er Jahre, die Umbauarbeiten im Kellergeschoss, den Turnhallenbau, die Neugestaltung des Schulhofs, die Sanierung der Aufgangstreppe, die Generalsanierung des Lehrschwimmbeckens, den Umbau der unteren Schule und schließlich den Dachbodenumbau.

Nichts erinnere in den neu entstanden Räumen mehr an den staubigen Dachboden, der bis vor kurzem noch Gerümpel und Schätze beherbergte. Die Schätze zogen ins Museum um, ein anderer Teil der Fundstücke war immerhin noch flohmarkttauglich. 1,6 Millionen Euro habe die Stadt in den Umbau investiert, so Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) am Rand der Veranstaltung. 80 Prozent Fördermittel erhielt Lengenfeld über das Programm städtebaulicher Denkmalschutz. Dass die Bausumme die Höhe der Kostenschätzung nicht überstieg, freute vor allem den Stadtchef. Zum Umbau mit Fassadensanierung gehört der Anbau eines Liftes an die Giebelseite. Der gläserne Fahrstuhl biete neben dem barrierefreien Zugang als Nebeneffekt eine schöne Aussicht über die Stadt und freie Sicht bis zum Aussichtspunkt Pilz, so die Schulleiterin. Im Dachgeschoss entstanden Freizeiträume für Theater und kreatives Gestalten, ein Archiv und Kommunikationsräume. Eine dem Zweck der Räume entsprechende Nutzung sei für Bürger und Vereine möglich, so Volker Bachmann.

Zur Feierstunde in der Turnhalle waren vor allem am Bau Beteiligte eingeladen. Schüler gestalteten ein kleines Kulturprogramm. Eine Besichtigung der Räume schloss sich an. Die Schülerfirma New1906 hatte unter Leitung ihrer 15-jährigen Chefin Sissy das kalte Buffet vorbereitet.

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