Schulhort auf Wunschliste ganz oben

Die Schulleiterinnen und ein Schülersprecher haben dem Stadtrat Ideen zur Zukunft der Weinholdschule vorgetragen. Sie trafen auf offene Ohren.

Reichenbach.

Eine Doppelstunde lang hat sich der Stadtrat am Montagabend mit Ideen zur Entwicklung der Grund- und der Oberschule befasst, die sich das Gebäude der Weinholdschule teilen.

Ohne hier auf jedes Detail eingehen zu können, wurde deutlich: Beide Schulen wünschen sich mehr Platz. Bei Grundschulleiterin Simone Wünsch steht ganz oben auf der Liste ein Hort auf dem Schulgelände. So wie an der Dittesschule. Das sei für viele Eltern ein entscheidender Faktor, hat sie festgestellt. Bislang werden die Weinhold-Grundschüler auf vier verschiedene Horte mit vier verschiedenen Trägern aufgeteilt. Ein Spielplatz auf dem Schulhof, die Umzäunung des Geländes, ein Grünes Klassenzimmer und ein Sportplatz mit 50-m-Laufbahn und Weitsprunggrube seien weitere Punkte für mehr Attraktivität. Das brachten auch die Schüler in einem Video zum Ausdruck.

Oberschulleiterin Iris Grundmann wünscht sich unter anderem ein festes Klassenzimmer für jede Klasse. Bislang gebe es für 14 Klassen nur elf Klassenzimmer. Dazu seien Fachunterrichtsräume für alle Fächer nötig; bislang teilen sich Bio und Chemie einen Raum. Das Informatikkabinett verfüge nur über 16 Schülerarbeitsplätze bei Klassenstärken bis 28. Das müsse sich ändern. Abdunklungsmöglichkeiten, Freiarbeitsbereiche auf den Fluren oder eine Cafeteria stehen ebenso auf der Liste. Weitere Ideen trug Oberschul-Schülersprecher Ben Bochmann vor, vom auf 8 Uhr verlegten Schulbeginn über bequemere Stühle und Stehpulte bis hin zu Tablets, die Bücher ersetzen, und Schulfunk in den Pausen.

Henry Ruß (Linke) regte an, sich zusammenzusetzen und abzuklären, was machbar ist. Auch wenn das teilweise "wirklich Wunschträume" seien. Ulf Solheid (Linke) wollte wissen, inwieweit sich die Schulleiterinnen über Investvolumen und Prioritäten Gedanken gemacht hätten. "Wir haben uns über Geld gar keine Gedanken gemacht", entgegnete Iris Grundmann. Es gehe um ein Schulkonzept, wie es in 20 Jahren in Reichenbach aussehen soll. "Sicher ist da auch viel Illusion dabei, aber es gibt auch Ansätze für unsere Arbeit", fand Jörg Schaller (FDP). Peter Tillack (Bitex) plädierte dafür, die Ideensammlung nach Verantwortlichkeiten zu sortieren und zu klären: Was kostet wie viel? Was ist wann realisierbar? Erste Gelegenheit dazu ist nächste Woche bei der Klausur zum Haushalt 2021/22. Stephan Hösl (CDU) will "etliche Dinge" mit in den Landtag nehmen.

Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) dankte für die Impulse. Als nächsten großen Schritt sieht er die Digitalisierung der Schulen in Reichenbach mit 1,14 Millionen Euro aus dem Digitalpakt. "Zum Hort und zur Neugestaltung des Schulhofes gibt es erste Gedanken. Auch über die Raumbedarfe müssen wir reden", sagte er am Dienstag auf Nachfrage. Bis Jahresende soll es ein weiteres Gespräch mit den Schulleitungen geben. Er hätte sich aber gewünscht, dass beide Schulen auch gemeinsame Ideen vorstellen, zum Beispiel zu möglichen Synergien.

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