Seltene Vierlingsgeburt bei Mutterschaf

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Dass die Mutter und ihre Lämmer wohlauf sind, haben sie vor allem ihrem Besitzer zu verdanken. Er hat in einem kritischen Moment die richtige Entscheidung getroffen.

Pfaffengrün.

Vier quietschfidele Lämmer umspringen auf dem Nebenerwerbshof von Volkmar Schwarz aus Pfaffengrün ihre Mutter, die sein Besitzer "die Alte" nennt. Die Vierlingsträchtigkeit, bei Schafen eine absolute Seltenheit, hätte das fünf Jahre alte Mutterschaf fast das Leben gekostet, hätte sein Besitzer nicht rechtzeitig reagiert und die Tierärztin gerufen, als es mit der Geburt nicht so richtig vorwärts gehen wollte.

Zu diesem Zeitpunkt an jenem 12. März ahnte Volkmar Schwarz noch nicht, wie viele Lämmer tatsächlich noch im Geburtskanal stecken und auch das Licht der Welt erblicken wollen. "Das erste Lamm, ein Bock, lag quer. Deswegen ging es nicht vorwärts. Als der dann auf der Welt war, kamen die drei anderen Geschwister ohne Komplikationen hinterher. Ein Lamm nach dem anderen holte die Tierärztin aus dem Geburtskanal", erinnert sich der Schafhalter an diesen aufregenden Tag. Bis dahin hatte das Schaf schon mehrfach Zwillingsgeburten erfolgreich und ohne Hilfe hinter sich gebracht. "Das ist das schönste, was einem Schafhalter passieren kann. Du kommst früh in den Stall. Die Lämmer sind geboren und stehen mit ihrer Mutter im Stroh. Doch das klappt leider nicht immer so reibungslos", musste Volkmar Schwarz feststellen. Nach der Geburt sah es erst einmal gut aus. Alle vier Lämmer tranken abwechselnd am Euter der Mutter, das nur zwei Zitzen hat. "So haben alle die wertvolle Biestmilch abbekommen". Biestmilch, auch Kolostralmilch genannt, versorgt frisch geborenen Jungtiere von Säugetieren mit Antikörpern, die sie vor Krankheiten schützen und das Immunsystem stärken.

Doch dann wendete sich das Blatt. Das Muttertier spürte wohl instinktiv, dass es die vier Lämmer nicht satt bekommt und wendete sich den beiden kräftigsten zu, so wie es das Gesetz der Natur will, indem nur die vitalsten Nachkommen überleben. Da aber "die Alte" nicht in der freien Natur lebt, sondern wohlbehütet unter den Fittichen von Volkmar Schwarz, waren schnell Nuckelflaschen und Milchaustauscher besorgt. Anfänglich drei Mal täglich fütterten er und seine Frau die Nachzügler gemeinsam mit der Flasche. Nun geht es auch mit den beiden schwächeren Lämmern aufwärts. Doch die sprichwörtlichen Geister, die der Landwirt mit dem Großziehen mit der Flasche rief, wird er jetzt nicht mehr los. Obwohl die Lämmer längst selbstständig fressen können, sind sie immer noch ganz wild auf die Flasche. Und Volkmar Schwarz bringt es nicht übers Herz, nein zu sagen. Also bringt er den Lämmern auch heute noch eine Flasche mit Milch und teilt sie unter den beiden Kleineren auf. Sobald die ihren Ziehvater mit der Flasche in der Hand sehen, springen sie an ihm hoch: Jedes möchte das erste sein, jedes möchte möglichst viel von dem köstlichen Inhalt für sich allein. "Die mit der Flasche aufgezogenen Lämmer sind anhänglich wie kleine Hunde. Zu ihnen haben wir einen besonders intensiven Kontakt", sagt Volkmar Schwarz. Die Vierlinge sind Teil einer 15-köpfigen Schafherde. Die Tiere sind eine Kreuzung aus Rhönschafen mit Milchschafen. Ihnen kommt die Aufgabe zu, die Wiesen rund um den Hof abzuweiden. Der Freigang auf die Wiesen begann dieses Jahr etwas später als sonst, denn die kalte Witterung ließ das Gras viel langsamer wachsen.

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