Senioren-Wohnen im Kaufhaus geplant

Die Volkssolidarität nimmt ein zweites Bauvorhaben in Lengenfeld in Angriff. Ohne Förderung wäre das nicht finanzierbar.

Lengenfeld.

Die Volkssolidarität Reichenbach hat nach dem Kauf und begonnener Sanierung des Hauses Hauptstraße 14 in Lengenfeld jetzt auch das Nachbargebäude mit der Hausnummer 16 erworben. Ein mit Gesamtkosten von 1,65 Millionen Euro veranschlagter Umbau zu einem Wohnobjekt für Senioren ist hier ebenfalls geplant.

Der Fortführung des Projektes betreutes Wohnen ging für Geschäftsführer Olaf Schwarzenberger eine Zitterpartie voraus. Anders als bei der Nummer 14 war beim ehemaligen Kaufhaus die Stadt Eigentümerin. Sie ist verpflichtet, kommunale Grundstücke vor dem Verkauf auszuschreiben. Zumindest theoretisch hätte sich ein anderer Interessent mit einem höheren Preisgebot melden können, der dann als Käufer zum Zuge gekommen wäre.

Das passierte aber nicht. Die Volkssolidarität war der einzige Kaufinteressent. Laut Stadtratsbeschluss kann der Verein die Immobilie nun zum vom Sachverständigen ermittelten Verkehrswert von 34.200 Euro kaufen. Die dazugehörige Fläche beträgt 600 Quadratmeter. Der Sachverständige hat den Quadratmeterpreis mit 57 Euro angesetzt.

Geschäftsführer Olaf Schwarzenberger nutzte die Stadtratssitzung vorige Woche, um den Stadträten noch einmal zu versichern, dass nur mit Hilfe der Fördermittel Mietpreise in vertretbarer Höhe entstehen. Der Mietpreis betrage derzeit 6,85 Euro kalt. "Ohne Förderung wären die Mieten doppelt so hoch", sagte der Geschäftsführer.

Zur "Freien Presse" sagte Schwarzenberger, dass noch in diesem Jahr der Abriss der hinteren Gebäudeteile geplant sei. Die Fassade bleibe erhalten, um den Sanierungsforderungen, für die es Fördermittel gibt, gerecht zu werden. "Wir stellen nach Vertragsunterzeichnung einen Bauantrag. Danach folgt die großflächige Entkernung", so Schwarzenberger. Das Winterhalbjahr wolle die Volkssolidarität nutzen, um für die Nummer 16 die Planung voranzutreiben, während in der 14 der Innenausbau vorgesehen ist. Das heißt: Läuft alles nach Plan, sind die staubigen Abrissarbeiten beendet, wenn der Rohbau nebenan steht.

Im Nachbarhaus plant die Volkssolidarität den Bau von neun Wohnungen. "Drei Paar- und drei Singlewohnungen", so der Geschäftsführer. Die größeren Paarwohnungen erhalten einen rollstuhlgerechten Ausbau. Während Schwarzenberger davon ausgeht, dass die ersten Bewohner nächstes Jahr nebenan in der 14 einziehen können, gibt es für das zweite Gebäude noch keinen konkreten Zeitplan. Auf jeden Fall sei für potenzielle Mieter eine Informationsveranstaltung geplant.

Perspektivisch sei es denkbar, Teile im Außengelände zu nutzen. "Falls seitens der Bewohner der Wunsch nach einer Grünanlage hinter dem Haus bestehen sollte, können wir Teile des großen Grundstückes dazu pachten", so Schwarzenberger. Das Grundstück Nummer 16 reicht bis zum Pflegeheim. Unter anderem ist auch der Spielplatz hinterm Tischendorfhaus auf diesem Grundstück untergebracht.

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