Servicestelle soll Studenten ins Vogtland lotsen

Gegen Fachkräftemangel: Transfercenter kontaktiert Unis und Hochschulen

Plauen.

Unternehmen der Region klagen über zunehmenden Fachkräftemangel im ingenieurtechnischen und betriebswirtschaftlichen Bereich. Aus diesem Grund hat die Abteilung Wirtschaftsförderung des Landratsamtes ein sogenanntes Transfercenter eingerichtet. Als regionale Servicestelle soll es einerseits Kontakte zu Universitäten und Hochschulen im Umkreis aufnehmen und dort gezielt Studierende und Absolventen ansprechen. Andererseits will die Kreisverwaltung so den Zugang von klein- und mittelständischen Unternehmen der Region zu Studenten und Absolventen sowie künftigen Führungskräften erleichtern.

Gunter Krautheim aus Plauen, ehemaliger Rektor der Westsächsischen Hochschule Zwickau, berät das Landratsamt bei dem Projekt. Wie er aufmerksam macht, gibt es in einem Radius von 150 Kilometer rund um Plauen immerhin 16 Universitäten und Fachhochschulen. 125.000 Studierende können von dort aus die Region in weniger als zwei Stunden Fahrzeit erreichen. Krautheim: "Das ist ein nicht zu unterschätzendes Potenzial."

Tino Moritz und Kai Kollenberg

Sachsen 2019:Der „Freie Presse“-Newsletter zur Landtagswahl von Tino Moritz und Kai Kollenberg

kostenlos bestellen

Die Servicestelle soll mit Career-Einrichtungen der Hochschulen Kontakt aufnehmen und gezielt Praxisphasen von Studierenden in Unternehmen vermitteln. Zudem sind ein aktives Auftreten des Vogtlandkreises auf Hochschulveranstaltungen wie Bildungsmessen sowie die Information und Vermittlung ausländischer Studenten geplant. Dazu soll laut Krautheim ein kostenloses Beratungsangebot erstellt werden, "quasi als Lotsenfunktion bei der Orientierung neu zuwandernder Fachkräfte im Hinblick auf Alltagsfragen rund um Leben, Wohnen, Bildung und Arbeit".

Enttäuscht zeigt sich Amtsleiterin Marion Päßler über die bisher verhaltene Resonanz aus der Wirtschaft. Rund 400 Unternehmen seien mittels Fragebogen angeschrieben worden: "Bisher haben nicht einmal 50 geantwortet, ob sie zum Beispiel Praktika oder Themen für Bachelorarbeiten bereitstellen." Das mit Steuergeld geförderte Projekt sei deshalb vorerst nur bis Februar kommenden Jahres befristet.

Kontakt Ansprechpartner im Landratsamt ist Claudia Ott von der Abteilung Wirtschaftsförderung/Tourismus im Amt für Wirtschaft und Bildung. Telefon 03741 3001998.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...