Sonder-Ausstellung harmoniert mit Kleiner Gartenschau

Die Plauener Künstlerin Uta Polenz liebt die Natur und die Freiheit, die sie dort empfindet. Wie ihre Empfindungen zu Kunst werden, zeigt das Neuberin-Museum in einer am Freitag eröffneten Schau.

Reichenbach.

Uta Polenz aus Plauen ist eine Künstlerin, die die Natur liebt. Ein Blick auf ihre Bilder, die seit Freitag im Neuberin-Museum ausgestellt sind, genügt, und der Betrachter fühlt sich in eine oftmals bizarre, pastellfarbene Welt aus Gräsern, Bäumen, Blumen und Tieren versetzt. Passend dazu der Titel der mit der Kleinen Gartenschau prächtig harmonierenden Ausstellung: "Die Kunst der Natur".

Nur manchmal gewährt Uta Polenz auch von Menschenhand Geschaffenem einen Platz in ihren Werken, etwa wenn sich die Häuser auf einem der Bilder hinter hohe Bäume ducken. "Für mich gibt es nichts Schöneres als die Natur. Dort halte ich mich gern auf, viel lieber als in meinem Atelier. In der Natur kann ich entspannen und finde zugleich immer wieder neue Anregungen", sagte Uta Polenz bei der Eröffnung der Ausstellung am Freitag begeistert. Ihre Liebe zur allem, was da kreucht und fleucht, aber besonders zu den Pflanzen, kommt nicht von ungefähr. Als Tochter einer Gärtnersfamilie konnte sie gar nicht anders, als sich mit der Natur verbunden zu fühlen. Diese Verbundenheit mündete dann aber nicht darin, mit Spaten und Hacke, sondern mit Skizzenblock und Bleistift nach draußen zu gehen.


Ihre beruflichen Wege führten die Malerin in die Textilindustrie zu den Stickern. Dort stand sie sowohl an der Maschine als auch am Zeichenbrett und entwarf Muster. Der Weg in die künstlerische Selbstständigkeit begann nach der Wende, Anfang der 1990er Jahre, zuerst als Entwerferin für die Stickerei-Industrie und 2008 dann auch als freischaffende Malerin. Den Schritt in die Selbstständigkeit empfindet Uta Polenz auch heute noch als Befreiung. "Der Druck war weg, zu einer bestimmten Zeit eine bestimmte Menge liefern zu müssen. Das hat meiner Kreativität gut getan", sagt sie über einen wichtigen Schritt in ihrem Leben, den sie nie bereut hat.

Neben Acryl-, Pastell-, Ölfarben und Tusche greift Uta Polenz auch gern zu anderen Materialien, setzt Holz ein oder arbeitet mit Kaffeesatz oder mit Pilzextrakt. In den rund 20 Werken der Künstlerin, die noch bis zum 8. September zu sehen sind, lassen sich deren Gedanken und Gefühle nachempfinden. Trotzdem bleibt dem Betrachter noch genügend Freiraum für eigene Interpretation. Das ist der Künstlerin auch wichtig.

Ausstellend hat es Uta Polenz das erste Mal nach Reichenbach verschlagen. "Der Kontakt entstand über die frühere Museumsleiterin Marion Schulz", berichtete die Plauenerin. Maximal eine Ausstellung pro Jahr bestreitet die Künstlerin. Die Reichenbacher Schau fällt in das Jahr ihres 60. Geburtstages, den sie demnächst feiert.

Die Eröffnung am Freitag gestaltete unter anderem als Laudator der Schauspieler Andreas Haase aus Konstanz, ein Freund der Familie, und Marion Bundszus, die Nachfolgerin von Marion Schulz. Bundszus und ihre ebenfalls im Museum neue Kollegin Grit Otto machten in zweierlei Hinsicht Werbung für die Ausstellung und die ebenfalls am Wochenende gestartete Kleine Gartenschau: Sie trugen beide, ohne sich abgesprochen zu haben, farbenfrohe, mit Kirschen bedruckte Kleider - passend zur Ausstellung mit floristischem Schwerpunkt zum Reichenbacher Wochenendspektakel.

Die Ausstellung "Die Kunst der Natur" kann zu den Öffnungszeiten des Neuberin-Museums besichtigt werden: Dienstag bis Freitag 10 bis 16 Uhr, Sonntag 13 bis 16 Uhr.

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