Spediteur erhält noch eine Chance

Ist das Platzieren von Containern die passende Nutzung für die letzte freie Fläche in einem Lengenfelder Gewerbegebiet? Wäre produzierendes Gewerbe besser? Die Stadträte ringen um eine Antwort.

Lengenfeld.

Was bei den Lengenfelder Stadträten unlängst nach einem 08/15-Tagesordnungspunkt aussah, entpuppte sich als schwer zu knackende Nuss: Es galt, zu entscheiden, ob das letzte noch freie Grundstück im Gewerbegebiet Grüner Höher an eine Speditionsfirma verkauft werden soll oder nicht. Die städtische Bauverwaltung hatte eine entsprechende Beschlussvorlage erarbeitet. Für die 7100 Quadratmeter würde die Stadt bei einem Preis von 13,55 Euro pro Quadratmeter etwa 96.900 Euro einnehmen, Geld das dem konsolidierten Stadtsäckel gut tun würde.

Mit der von Jürgen Frank (BIL) aufgeworfenen Frage, ob denn diese Firma Gewerbesteuer in Lengenfeld zahlt, kamen dann auch andere Stadträte ins Grübeln, ob der Verkauf die richtige Entscheidung sei. Jürgen Frank meinte: "Für eine Spedition, die dort bloß ein paar Container hinstellt, ist das Grundstück eigentlich zu schade." Aufgrund des Firmensitzes in einem anderen Ort sei nicht groß mit Gewerbesteuereinnahmen zu rechnen. Beschäftigte gebe es dort auch nur wenige. Frank noch dazu: "Es entsteht nur Verkehr. Produzierende Gewerbe wäre schöner."

Fraktionskollege Volker Sönnichsen fühlte sich bei den Worten "Container" und "Spedition" umgehend an ein Grundstück an der Göltzschtalstraße in Wolfspfütz erinnert. Dort stehen auch bloß Container. Das Gelände sieht sehr ungepflegt aus. Ein zweites derartig verwahrlostes Grundstück wünscht sich im Lengenfelder Stadtrat niemand. Ron Bauer, Ortsvorsteher von Waldkirchen zählte auf, wie viele Speditionen es bereits im näheren Umfeld und selbst im Gewerbegebiet gibt. Wolfgang Schmutzler (CDU) befürchtet sogar, dass das Grundstück zu Spekulationszwecken "missbraucht" werden könnte.

Dass Lengenfeld die knapp 100.000 Euro gut gebrauchen könnte und dass es in den letzten zwei Jahren kaum andere Interessenten gegeben habe, spreche für den Verkauf, führte Volker Sönnichsen weiter aus. Lediglich einen Interessenten habe es in der Vergangenheit gegeben, eine staatliche Institution, die Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) nicht näher benannte. Nach zweieinhalb Jahren würde das Erkundungsverfahren jedoch immer noch andauern. Lengenfeld will sich nicht darauf verlassen, eventuell irgendwann einmal an eine staatliche Einrichtung zu verkaufen, hieß es. Mit acht Ja- und acht Nein-Stimmen bei einer Enthaltung fehlte dann aber doch die Mehrheit für den Verkauf an den Spediteur. Die Stadträte verständigten sich, dem Bewerber noch eine Chance zu geben und ihn einzuladen, um Einzelheiten zur geplanten Grundstücksnutzung zu erfragen.

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