Stadträte stimmen für maximalen Fördersatz

Ohne Zuschuss gäbe es kein bezahlbares betreutes Wohnen in Lengenfeld

Lengenfeld.

Die Volkssolidarität Reichenbach erhält für die Komplettsanierung des Gebäudes an der Hauptstraße 16 in Lengenfeld einen Zuschuss in Höhe von 806.900 Euro. Es soll zum Betreuten Wohnen umgebaut werden. Der freie Träger hatte es für 34.200 Euro von der Stadt gekauft.

Der Betrag von 806.900 Euro entspricht der sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke: Das sind Gelder, die sich beim Gegenrechnen der Ausgaben für den Bau und künftigen Einnahmen nicht decken lassen. Die gesamte Bausumme ist mit 1,65 Millionen Euro veranschlagt.

Wie hoch die Förderung ausfällt, darüber entscheiden die Stadträte. Im Falle der Volkssolidarität sind es 100 Prozent. Dem Maximalsatz stimmte das Gremium in seiner jüngsten Sitzung ausnahmsweise zu, weil das Gebäude wichtig für das Stadtbild ist - und weil die Wohnplätze dringend gebraucht werden.

Die Stadt Lengenfeld will den Zuschuss im nächsten Doppelhaushalt 2019/20 verankern. Im Gegenzug prüft die Volkssolidarität, ob sie die Eigenmittel erhöhen kann. Der Zuschuss würde sich dann entsprechend reduzieren.

Die Fördermittel erhält die Volkssolidarität über das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. 80 Prozent der auszureichenden 806.900 Euro stellt das Land zur Verfügung. 20 Prozent muss die Stadt Lengenfeld an Eigenmitteln aufbringen. Der Ausgleich dieser Finanzierungslücke ist die einzige mögliche Förderung für private Maßnahmen über das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz, erklärt Planerin Cornelia Schein vom Sanierungsträger Bayerngrund aus Chemnitz. Sie kann nur bei einer Komplettfinanzierung gezahlt werden.

Olaf Schwarzenberger, Geschäftsführer der Volkssolidarität, hatte erst kürzlich erklärt, dass sich das Gesamtprojekt nur mit Fördermitteln realisieren lasse, weil sonst die Mieten nicht bei 6,85 Euro pro Quadratmeter, sondern doppelt so hoch liegen würden. Zur "Freien Presse" sagte Schwarzenberger, dass noch in diesem Jahr der Abriss der hinteren Gebäudeteile geplant sei. Die Fassade bleibe erhalten, um den Sanierungsforderungen gerecht zu werden, für die es den Zuschuss gibt. "Wir stellen nach Vertragsunterzeichnung einen Bauantrag. Danach folgt die großflächige Entkernung", so Schwarzenberger.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...