Stille Lebensretter geehrt

Viele Menschen gehen regelmäßig zum Blutspenden. Sie wollen helfen. Manchmal bekommen sie aber auch Hilfe.

Lengenfeld.

Thomas Pollrich wollte eigentlich nur Gutes tun. Das hat der Lengenfelder auch getan. Ohne es geplant zu habe, hat er sich mit seinen Blutspenden aber auch selbst geholfen. Bei den Untersuchungen vor einer Spende fielen dem Arzt Unregelmäßigkeiten beim Puls auf. Pollrich: "Das wurde dann näher untersucht und so stellte sich heraus, dass ich Herzrhythmusstörungen habe. Die wurden zeitig bemerkt. Ohne die Blutspende wäre das sicher erst viel später aufgefallen." Jetzt darf er auf ärztlichen Rat hin kein Blut mehr spenden. Seine 50. Spende war seine letzte. Heute sagt Pollrich: "Durch die Blutspende ist man automatisch auch immer unter ärztlicher Kontrolle. Das hat auch seine Vorteile, wie ich selbst festgestellt habe."

Pollrich wurde jetzt vom Deutschen Rote Kreuz (DRK) zusammen mit anderen geehrt, die 50- oder 75-mal Blut gespendet haben. Der DRK Kreisverband Auerbach und der DRK Kreisverband Vogtland/Reichenbach trafen sich dazu in der Mitte ihres jeweiligen Einzugsgebietes: in Lengenfeld. Jetzt waren es 85 Männer und Frauen, über die Amtsärztin Kerstin Zenker sagte: "Sie tun das unentgeltlich, uneigennützig und ohne im Rampenlicht zu stehen. Sie sind stille Helfer."


So wie Angela Heinzmann-Berger aus Rodewisch, die eine Ehrung für ihre 50. Blutspende erhielt. "Ich habe früher in der Gärtnerei des Rodewischer Krankenhauses gearbeitet", sagt sie. "Dort war es selbstverständlich, dass alle Mitarbeiter regelmäßig zum Blutspenden gegangen sind. Wir haben gar nicht groß darüber nachgedacht." Inzwischen arbeitet sie als freiberufliche Zirkuspädagogin. Zum Blutspenden geht sie immer noch, inzwischen häufig nach Lengenfeld. "Ich bekomme immer eine Einladung zu den Terminen. Inzwischen kenne ich die Leute vom DRK gut und gehe sehr gern hin, weil das auch immer eine freundliche und sympathische Truppe ist, bei der es auch immer etwas zu lachen gibt."

Lengenfelds Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) hatte sich seine ganz eigenen Gedanken zu dem Thema gemacht: "Manche filmen mit ihren Handys das Unglück anderer, stellen das ins Netz und fühlen sich als Helden. Solche Leute würde ich gern zu den Blutspendern schicken."

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