Studenten fühlen Passanten in Reichenbach auf den Zahn

Warum kommen Mensch in die Innenstadt - und wie lange bleiben sie? Dies wollten Schüler der Plauener Studienakademie ganz genau wissen.

Reichenbach.

Die Reichenbacher Innenstadt und ihre Kunden - das ist das Thema einer Befragung, die am Samstag begonnen hat. Studenten der Studienakademie Plauen des Studienganges Handel und Internationales Management waren an sechs Standorten zwischen Marktplatz, Bahnhofstraße und Zwickauer Straße unterwegs, um Passanten zum Einkaufsverhalten zu befragen. Das ist der zentrale Versorgungsbereich, wie ihn das Einzelhandelskonzept der Stadt fixiert hat.

100 Fragebogen haben die Studenten ausgefüllt. "Die letzte Befragung in Reichenbach fand 2001 statt. Es ist wieder einmal Zeit", sagte Regina Windisch, die als Vertreterin der IHK, Regionalkammer Plauen, mit vor Ort war und bereits vorab ein paar Zahlen zusammengefasst hat. Allerdings betrifft das nur die geschlossenen Fragen, bei denen die Antworten nur angekreuzt werden mussten. "Die offenen Fragen werden von den Studenten kategorisiert und die Antworten in den Computer eingegeben. Das nimmt einige Zeit in Anspruch", erklärte Berufsakademie-Dozent Gisbert Günther. Die Studenten des zweiten Studienjahres haben bereits Erfahrungen mit Befragungen in Auerbach und Plauen. Gut sei auch, dass nicht alle aus dem Vogtland kommen. "Es ist oft so, dass viele Einheimische ihre Stadt nicht so positiv empfinden. Wir stellen aber immer wieder fest, dass viele gar nicht wissen, was es alles gibt", so die IHK-Mitarbeiterin, die die Szene in Handel und Gastronomie bestens kennt.

Stadtverwaltung und Gewerbeverein hatten Interesse an dieser Aktion geäußert und gemeinsam mit den Akteuren den Fragebogen erarbeitet. Er enthält neben Fragen, die überall gestellt werden, auch spezifische Fragen für Reichenbach. Diese drehen sich um Verkehrsmittel und Parkplätze oder bestimmte Waren, Geschäfte und Feste, zu denen es Leute in die Innenstadt zieht. Eine Frage zielte nach Wünschen und Ideen für ein angenehmeres Einkaufen. Die anderen Fragen beschäftigten sich mit Frequentierung von Geschäften, der Länge des Aufenthaltes oder dem Grund für den Besuch der Innenstadt. Die Studenten empfanden die angetroffenen Passanten als "nett und aufgeschlossen", so Regina Windisch. "Durch ihre Tätigkeit in Unternehmen neben der theoretischen Ausbildung wissen sie auch viel über Verkaufspsychologie. Sie können auf die Leute zugehen und reagieren, wenn jemand nicht teilnehmen will."

Und was meinen die Passanten zu Reichenbach? "Die Beratung und die Bedienung sind hier immer sehr freundlich, deshalb komme ich gern in die Innenstadt", sagte Lisa Schaller. "Es hat sich in den letzten Jahren viel getan. Ich bin gespannt, wie sich die Stadt weiterentwickelt", erklärte Noctis Doan (18). Der Schüler wünscht sich ein Kino, in dem aktuelle Filme laufen. Jan Thomas hatte vor allem den Drogeriemarkt und eine Bäckerei als Ziel. Er hätte gern mehr Läden, obwohl er weiß, dass das in Reichenbach schwierig ist.

Damit nicht nur das Einkaufsverhalten am Samstag erfasst wird, findet eine weitere Befragung am Donnerstag, dem 23. August statt. Eine Auswertung der Passantenbefragung und zur parallel laufenden Unternehmerbefragung soll es im September in Regie des Präsidenten der IHK-Regionalkammer, Hagen Sczepanski geben. Nach einem ersten Blick auf die Fragebogen meint Regina Windisch: "Es sind interessante Aspekte bei den offenen Fragen zu erkennen."

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