Studien nach alten Meistern treffen auf eigene Weltsicht

Unter dem Titel "Sehen lernen durch Malen" wird bis 12. April eine Werkschau von Konrad Lepetit in Reichenbach gezeigt. Zur Vernissage spielt ein Ausnahmetalent.

Reichenbach.

Udo Jürgens hat einst gesungen: "... mein Bruder ist ein Maler, und ein Bild von seiner Hand, kann mehr sagen als tausend Melodien. Ja, mein Bruder ist ein Maler, ich bin nur ein Musikant. Und in manchen Träumen, da beneid' ich ihn." Doch kann man nicht einfach beides tun? Konrad Lepetit ist auch Musikant, hat aber inzwischen das Malen für sich entdeckt. Das Neuberin-Museum Reichenbach, Johannisplatz 3, zeigt bis zum 12. April eine Werkschau unter dem Titel "Sehen lernen durch Malen...".

Konrad Lepetit, 1952 in Köthen geboren, wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf. Ab 1963 sang er im Thomanerchor. Zehn Jahre später nahm er in Leipzig bei Dietmar Hallmann das Musikstudium im Fach Bratsche auf. Nach einem ersten Engagement 1978 an der Musikalischen Komödie der Stadt Leipzig war er 1981 bis zu seinem Ausscheiden Ende 2017 Mitglied im Gewandhausorchester zu Leipzig. Daneben betrieb er Kammermusik und war als Lehrer tätig. 2008 begann er zu malen und ist seither Schüler des Leipziger Malers und Komponisten Knut Müller. Auf den Tourneen mit dem Gewandhauses hatte er viele große Gemäldesammlungen besucht. Reisen zu Instrumentenbauern nach Frankreich und Italien brachten ihm der Landschaft und dem Lebensgefühl nahe.

Die Plauener Klavierbauerin Jutta Kirst vom gleichnamigen Pianosalon habe sie auf Lepetit aufmerksam gemacht, sagt Museumsleiterin Martina Bundszus. Diese Anregung griff sie gern auf.

In der Werkschau treffen Studien zu Werken alter Meistern auf die eigene Sicht auf die Welt. Detailgetreu hat er berühmte Bilder von Vincent van Gogh (Caféterrasse am Abend), Jan Vermeer (Junge Frau mit Wasserkrug), Caspar David Friedrich (Zwei Männer in Betrachtung des Mondes), Fra Angelico (Verkündigung) oder Marc Chagall (Weiße Kreuzigung) wiedergegeben. Ihnen ist anzumerken, wie intensiv Lepetit versucht, so weit wie möglich an die Gedanken des Malers einzudringen und verwendeten Techniken zu ergründen. Der Leipziger präsentiert zudem eigene Bilder, Landschaften (darunter aus den Cottischen Alpen, aus La Roque d'Anthéron und Antibes), Stillleben und ein Selbstbildnis. Letzteres hängt, mit einer transparenten Hand auf der Schulter, über der Tür des Ausstellungssaales. Dazu gesellt sich Malerei, die zeigt, dass christliche Werte für ihn von Bedeutung sind: zum Beispiel in "H.O.M. (Die Erschaffung von Geist und Materie)" oder in "Weg II".

Die Vernissage findet am Dienstag, 18. Februar, 18 Uhr in Anwesenheit des Künstlers statt. Sein "Lehrmeister" Knut Müller wird die Laudatio halten. Musikalisch umrahmt wird die Vernissage von Ben Lepetit, der mit dem Maler verwandt ist. Der Nachwuchspianist, 2006 in Chemnitz geboren, wird als Ausnahmetalent gefeiert.

Die Ausstellung "Sehen lernen durch Malen..." ist bis zum 12. April im Neuberin-Museum, Johannisplatz 3, in Reichenbach zu sehen. Geöffnet ist Di-Fr 10-16 Uhr, So 13-16 Uhr, sowie nach Vereinbarung unter Telefon 03765 21131.

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