Tafelgäste: Anteil an Rentnern und größeren Familien steigt

Beim Tafeltag gestern konnten die Besucher auch statistische Details zur Tafelarbeit erfahren. Der Aktionstag im Architektur-Gebäude vertiefte zudem die Zusammenarbeit von Tafel und SAQ.

Reichenbach.

Der erste Tafeltag der Reichenbacher Tafel gestern im neuen Sitz der SAQ im einstigen Architektur-Gebäude soll nicht der letzte Ausflug der sozialen Einrichtung dorthin gewesen sein. "Wir haben immer gut kooperiert und bauen dies künftig partiell noch aus", informierte Tafelvereins-Chefin Petra Düntsch etwa über mögliche Aktionstage an der Klinkhardtstraße. Die Türen im Domizil der Reichenbacher Niederlassung der Aufbau- und Qualifizierungsgesellschaft jedenfalls stehen offen, betonte SAQ-Projekt-Assistentin Heike Heroldt: "Nach unserem Umzug hierher haben wir dafür den Platz, den wir in Oberreichenbach nicht hatten."

Und das im und vor dem einstigen Fakultätssitz. Zahlreiche kleine und große Gäste hatten von den dort von SAQ und Tafel angebotenen Beschäftigungsmöglichkeiten mit Wurfspielen oder Mal- und Bastelstationen Gebrauch gemacht. Zudem präsentierte sich der Gastgeber mit vielen in der hauseigenen Werkstatt hergestellten Produkten, von denen einige - in diesem Jahr etwa Weihnachtskarten und Mehrweg-Einkaufsbeute - für die Tafel gefertigt werden. Gestern konnten die wunderschönen Arbeiten in Holz, Keramik oder Textil auch gekauft werden. Ein Angebot, das vor und nach den von der Tafel servierten Gaumenfreuden der ein oder andere Gast wahrnahm. Die Frauen der sozialen Einrichtung hatten drei riesige Töpfe mit Kartoffelsuppe und Würstchen gekocht, dazu gab's frisch in Regie von Petra Dietzsch zubereitete Smoothies und Obst. "Schmeckt und ist gesund", urteilte Aktionstag-Gast Regina Sommer. Kurz nach Mittag war alles verputzt.

Kost anderer Art gab's bei Tafelvorstand Beate Werner, die mit einem Hefter bewaffnet Auskunft zur Tafelstatistik gab. "Die Anzahl der Tafelgäste bleibt im Vergleich mit den Vorjahren in etwa gleich. Allerdings haben wir eine Tendenz, dass zunehmend alleinstehende Rentner und größere Familien kommen - unabhängig von ihrer Herkunft", sagte die Sprecherin des Tafelvereins und nannte beeindruckende Zahlen: Von Januar bis Ende August wurde die Tafel demnach mehr als 9000-mal von Gästen frequentiert, bei einem Kinderanteil von 3412. Der Anteil von Flüchtlingen und EU-Bürgern mit geringem Einkommen an den Tafelgästen beträgt derzeit etwa 30 Prozent. "Wir kommen gut mit diesen Menschen aus", betonte Beate Werner, die auch überschlagen hat, wie viele Lebensmittel die Tafel am Ende des Jahres verbraucht haben wird: etwa 200 Tonnen.

Und die wollen transportiert sein. Nach dem Spendenerfolg jüngst für einen neuen Transporter zwingen größer ausfallende Reparaturkosten für das zehn Jahre alte zweite Fahrzeug zum Handeln. Bereits im November soll es neuen Ersatz geben - der anders als bei der jüngsten Anschaffung zu großen Teilen über eine damals noch nicht existente Landesförderung bezahlt wird. Tafelvorstand Petra Beek: "Allerdings stehen wir Ende des Jahres vor neuen Problemen, da dann die Bezuschussung für die Fahrer ausläuft." Zwei Fahrer und zwei Beifahrer waren über eine Fördermaßnahme beschäftigt. "Was uns dabei zu schaffen macht, ist der Eigenanteil. Da bräuchten wir ein stabiles Sponsoring." Schließlich hat die Tafel über kaum kalkulierbare Spenden ihre gesamte Arbeit inclusive Kosten für Miete, Kraftstoff, Reparaturen, Verpackungsmaterial, Telefonie und Entsorgung zu finanzieren.

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