Tafeln künden von Rückkehr des Lebens

Die Interessengemeinschaft Fließgewässer pflegt in Schneidenbach einen Naturlehrpfad. Er ist ein Symbol des Erfolgs. Und er kündet von Problemen.

Schneidenbach.

Die Fische wären vielleicht auch einfach so in die Göltzsch bei Schneidenbach zurückgekehrt. Irgendwann. Solange haben Lutz Glaser und seine Mitstreiter von der Interessengemeinschaft Fließgewässerschutz Sachsen aber nicht warten wollen. "Zur Wende war der Fluss quasi tot", blickt Glaser zurück. Dies lag vor allem an der Textilindustrie. Nachdem mit dem Ende der DDR dieser Wirtschaftszweig weitgehend verschwand und Kläranlagen gebaut wurden, änderte sich das. Doch Tiere gab es zunächst im sauberen Fluss nicht. Da mussten die Helfer des Vereins schon selbst etwas tun. "Vor alleine hätte die Rückkehr der Tiere deutlich länger gedauert", so Glaser.

Was er und eine Mitstreiter genau gemacht haben, davon zeugen 33 Tafeln, die sie am Ufer des Flusses - in der Nähe von Käppels Teichen - aufgestellt haben. Dort kann man auch vieles zur Geschichte des Flusses lesen und welche Lebewesen in ihm leben - und um ihn herum. Gefährdete Tieren der Roten Liste zum Beispiel, wie die Äsche, das Bachneunauge, die Bachforelle und der Edelkrebs. Im schnellen und kühlen Wasser fühlen sich Forellen wohl. An Vögeln - so erfährt man - finden sich Eisvogel, Graureiher, Bachstelzen und Wasseramseln.


Vor Ort sind außerdem Steinfliegen, Bachflohkrebse und Köcherfliegen zu finden - Nahrung für die Tiere in der Göltzsch. Wasserpflanzen sind wachsen dort auch, darunter der Flutende Hahnenfuß, Brunnenkresse, Wasserhahnenfuß und Quellmoos. Das Amerikanische Springkraut gibt es ebenfalls. Von diesem Bewohner sind die Helfer der Interessengemeinschaft Fließgewässerschutz allerdings weniger begeistert. Die Einwanderin aus Amerika ist eine große Plage. Die reifen Früchte platzen nahezu explosionsartig und verbreiten sich in einem großen Umkreis. Ein größeres Problem stellt aus Sicht des Vereins jedoch der Kormoran dar. Im Winter kommt er an die Göltzsch geflogen, um sich satt zu essen - und er hat enormen Appetit.

Auf dem Land gibt es auch einige Pferde, Ziegen und Kühe, die man beobachten kann. Zudem wird der Pfad regelmäßig gemäht und sieht dennoch natürlich aus. Man kann die Teiche mit dem Fahrrad über den Radweg erreichen und am Ende des Pfades an der Brücke vielleicht noch einige Forellen im Wasser betrachten. Der Pfad kann ganzjährig besucht werden, auch im Winter.

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