Tarifkonflikt spitzt sich in Neumark weiter zu

IG Metall berät weitere Schritte - Druck auf SBG-Geschäftsführung

Neumark.

Der Tarifkonflikt bei der Sächsisch-Bayerischen Starkstrom-Gerätebau GmbH (SBG) in Neumark spitzt sich zu. Für Samstagmittag sind die Mitglieder der IG Metall aufgerufen, "über den weiteren Fortgang und die nächsten Schritte zu beraten", wie es in einer Tarifinfo der Gewerkschaft heißt. Mitarbeiter rechnen mit der Urabstimmung und stellen sich auf baldige Arbeitsniederlegungen ein. Auslöser war der SBG-Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag.

Demnach sind die Verhandlungen auch in der fünften Runde gescheitert. Thomas Knabel, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Zwickau, spricht von einem "eindrucksvollen Salto rückwärts" der Geschäftsführung, die das in der vierten Runde abgelehnte Angebot aufgewärmt habe. "Auf dem Verhandlungsweg sind aus unserer Sicht alle Lösungsmöglichkeiten ausgeschöpft", formuliert Knabel.

Die IG Metall erklärt, das bereits im Rahmen von Warnstreiks vorgelegte Entgelt-Angebot des Unternehmens bedeute - über die gesamte Laufzeit gerechnet - Entgeltverluste zwischen 1300 und 2000 Euro je Mitarbeiter. Hinzu käme eine von der Geschäftsführung beabsichtigte Absenkung von tarifvertraglichen Leistungszulagen. Damit komme es unterm Strich zu Entgelteinbußen von 3300 bis 6700 Euro. Zudem versuche SBG den Mitarbeitern individuelle Änderungen der Arbeitsverträge anzubieten. Knabel warnt, vorschnell zu unterschreiben.

Die SBG-Führung hatte Ende Mai in einer Erklärung Entgeltanhebungen 2018 bis 2020 um jährlich drei Prozent angeboten. Mit bereits jetzt 40.800 Euro lägen die Jahreseinkommen "gut 20 Prozent über dem sächsischen Schnitt von ca. 34.200 Euro", so SBG-Geschäftsführer Erwin Birbacher und Prokurist Thomas Bär. Für 2018 könnten die Entgelte auf 42.000 steigen bei einer Arbeitszeit von 38 Stunden pro Woche.

Den Austritt aus dem Flächentarifvertrag hatte die Geschäftsführung verteidigt und auf den Globalisierungsdruck verwiesen. Das Unternehmen in Neumark mit 440 Mitarbeitern sei derzeit der einzige große in Deutschland produzierende Hersteller von Ölverteilungstransformatoren.

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