Technische Rarität für Stadtmuseum

Ein Bauteil für die berüchtigten Sturzkampfbomber erinnert jetzt in Lengenfeld an ein dunkles Kapitel der Geschichte: die "Leng-Werke".

Lengenfeld.

In der Stadtgeschichte von Lengenfeld findet sich ein direkter Bezug zur Luftfahrt: Während des Zweiten Weltkrieges fertigten Kriegsgefangene, die für die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG arbeiten mussten, Einspritzpumpen für Flugzeugmotoren. Die Lengenfelder Ableger des Dessauer Unternehmens wurden zur Tarnung in Kriegszeiten "Leng-Werke" genannt. Was Lengenfeld bisher jedoch nicht hatte, war ein Exponat aus dieser Zeit, das die historischen Bezüge belegen konnte. Für den Lückenschluss im Museumsbestand sorgte nun Wolfgang Groß aus Lengenfeld.

Er übergab dem Stadtmuseum kürzlich eine einst für einen Flugzeugmotor vorgesehene Einspritzpumpe als Dauerleihgabe. Der 78-jährige Senior sagte dazu: "Ich habe dieses Teil extra für das Museum erworben und auch einen Ständer dazu gebaut, um sie besser präsentieren zu können." Er sagte zudem über sich selbst: "Mich interessiert alles, was fliegt."


Die etwa zwölf Kilogramm schwere Einspritzpumpe war Teil eines etwa 750 Kilogramm wiegenden Zwölf-Zylinder-Motors, der im Zweiten Weltkrieg als Antrieb für die berüchtigten Sturzkampfbomber verwendet wurde.

Ob die Einspritzpumpe jedoch tatsächlich in Lengenfeld oder in einem anderen Werk gefertigt wurde, ist nicht sicher. Museumsleiter Michael Heuck sagte dazu: "Aber sie stammt auf jeden Fall aus dem Zeitraum 1943 bis 1945, in dem in Lengenfeld solche Pumpen gebaut wurden."

Lengenfeld sei damit, so Heuck, ein kriegswichtiger Produktionsstandort gewesen, der durch seine Unterbringung in den unterirdischen Bunkern am heutigen Bildungsinstitut Pscherer auch bombensicher war.

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