Töpfern, Flechten und ein Draht zu Gott

Die Junge Gemeinde aus Thum im Erzgebirge hat ihre Sommerrüstzeit im Schullandheim Netzschkau verbracht. Im Mittelpunkt: der Glaube und der Wert der Gemeinschaft.

Netzschkau.

Das Töpfern von Figuren und Gefäßen zählt wie das Flechten von Körben zu den ältesten handwerklichen Tätigkeiten der Menschheit. Junge Leute heute im Zeitalter von Smartphone und Facebook an solche althergebrachte Techniken heranzuführen, ist im Awo-Schullandheim "Schönsicht" Netzschkau möglich.

Auch die Gruppe der Jungen Gemeinde der Ev.-luth. Kirchgemeinde St. Annen aus dem erzgebirgischen Thum, die vorige Woche zu ihrer Sommerrüstzeit im Schullandheim weilte, nutzte diese Workshops. Ebenso die Angebote für Spiel, Sport und den Theaternachwuchs. Nachdem am Dienstag die kleinen Kunstwerke aus Ton modelliert und im hauseigenen Ofen gebrannt worden waren, stand am Donnerstag das Glasieren auf dem Plan. "Die Glasur könnt ihr dick auftragen", riet Steffi Förster vom Schullandheim.


Die Junge Gemeinde war mit 32 Teilnehmern von 14 Jahren aufwärts angereist, darunter elf Mitarbeitern. Jugendleiter Max Günther (18) sagte der "Freien Presse": "Wir sind zum ersten Mal in Netzschkau und fühlen uns sehr wohl. Weil wir selber mit dem Auto anreisen, haben wir ein Haus gesucht, das zwar nicht ganz so nah, aber auch nicht zu weit entfernt liegt. Wir haben uns das Schullandheim vorher angeschaut, Leiter Michael Schwan war sehr zuvorkommend." Es gebe auch andere Einrichtungen, die kirchliche Gruppen nicht haben wollten, so Günther.

Die Gruppe ist Selbstversorger und hat deshalb ihr eigenes Küchenteam dabei. Zum Programm gehörten ein Geländespiel und ein Grillabend. Die Teilnehmer schauten sich den Film "Gottes unfassbare Wege" über die Christenverfolgung weltweit an. Zudem gab es einen Lobpreisabend mit Anbetungsmusik. Die Göltzschtalbrücke schauten sich die Gäste natürlich auch näher an, und eine Gruppe von zehn Leuten erkundete Reichenbach.

Vormittags tauschten sich die Teilnehmer jeweils zu einem christlichen Thema aus, zum Beispiel "Freiheit im Glauben".

"Wir wollen Werte vermitteln, das Leben daran ausrichten und Hoffnung machen", sagt Max Günther. Sonst trifft sich die Junge Gemeinde einmal die Woche. Da ist die Sommerrüstzeit über sechs Tage ein Highlight. "Sie vermittelt den Wert der Gemeinschaft und des Miteinanders", erklärt er und fügt hinzu: "Das Vogtland gefällt uns. Die Leute sind offen und herzlich." So hab man beim Fußball problemlos nach einer Anfrage die Tore des heimischen FC Teutonia nutzen dürfen. "Mit unserer Unterkunft sind wir sehr zufrieden. Das Haus ist prima, die Mitarbeiter machen alles für uns möglich. Deshalb haben wir sie zum Mittagessen eingeladen", so Günther.

Ab August laden die Schullandheime Vogtland auch zu vier eigenen Ferienlagern ein. "Let's Dance" und "Harry Potter" in Limbach sowie das Handball- und Volleyballcamp in Netzschkau. Alle vier sind bereist ausgebucht.

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