Tourismus: Auf Riesenspuren durchs Elstertal

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Elstertalbahn. Ziel ist es, mehr Fahrgäste in die zwischen Gera, Greiz, Plauen-Mitte und Eger verkehrenden Züge zu locken - mithilfe einer Märchenfigur.

Plauen.

Große Fußabdrücke auf Bahnsteigen ausgewählter Bahnhöfe in der Region machen auf das neue Angebot aufmerksam. In gut zwei Wochen, am 15. August, soll das dreisprachige Programm namens "Voglar" für Smartphones mit dem Betriebssystem Android zur Verfügung stehen und durchs Elstertal leiten. Hinter Voglar verbirgt sich eine Märchenfigur - eine Riese, der im Vogtland leben soll. Frank Kudlinski von der Marketing-Agentur "Wenn + Aber" aus Hannover und sein Team haben sich die Geschichte ausgedacht und die Software dazu entwickelt, mit der auf touristische Anziehungspunkte entlang der Eisenbahnstrecke zwischen Gera, Greiz, Plauen-Mitte und Eger aufmerksam gemacht werden soll.

Auf den Bahnsteigen wie etwa in Plauen-Mitte sind Fußmatten mit dem großen Fußabdruck des Riesen angebracht. Darauf finden sich Hinweise auf Deutsch, Tschechisch und Englisch und ein QR-Code. Nach dem Scannen dieses Codes mit dem Smartphone beginnt ein Spiel. Dazu nötig ist neben der App auch ein gültiges Egronet-Ticket. In Plauen schwebt nach dem Aktivieren der Software ein Riesen-Spitzenhöschen über die Stadt - ein Hinweis auf die Plauener Spitze. Auf der Unterhose machen Vater und Sohn auf die Bildgeschichten Erich Ohsers aufmerksam. Der Nutzer wird aufgefordert, ein Foto von sich zu machen, auf die Shorts zu klicken und sich dann darin zu sehen. In Bad Elster macht sich im Spiel die am heruntergekommenen Empfangsgebäude noch zu findende Elster zumindest virtuell auf den Flug in den Kurort. Auf dem Waldweg dahin soll der Handynutzer dann die links und rechts des Weges auftauchenden Lampions pflücken.


Weitere solcher Punkte mit Spielen und ähnlichem sind für Gera, Wünschendorf, Greiz, Barthmühle, Weischlitz, Oelsnitz, Adorf, Franzensbad und Eger vorgesehen und einige auch schon eingerichtet. Elf Stationen insgesamt soll es vorerst geben. Die Liste lasse sich noch erweitern, berichten die Werbefachleute. Wie die App in etwa aussehen soll, lässt sich schon jetzt auf der eigens zu diesem Zweck neu gestalteten Internetseite "www.elstertalbahn.de" anschauen. Zum Programm kommen noch Informationstafeln und die Internetseite. Die Kosten des Projektes liegen bei insgesamt 80.000 Euro. Davon kommen 50.000 Euro aus dem Fördertopf der Europäischen Union zur Verbesserung der Mobilität in ländlichen Räumen. Mit diesem Geld soll mehr Werbung für die Eisenbahnstrecke durch das Elstertal gemacht werden. Die Strecke habe Potenzial, meint Kerstin Büttner vom Verbund. Man wolle die Fahrgastzahlen steigern. Bereits im vorigen Jahr hatte der Zusammenschluss von Verkehrsbetrieben einen Werbefilm erstellen lassen, in dem eine Familie mit Kleinkindern aus der Vogtlandbahn heraus die idyllische Landschaft bestaunt. Vor allem Familien mit Kindern sind auch mit dem aktuellen Projekt samt Märchenfigur wieder angesprochen.

Ob die neue App ab Mitte August auch schon im Apple-Store für die Besitzer eines iPhones zur Verfügung stehen wird, dafür wollte vor wenigen Tagen Frank Kudlinski bei der Vorstellung des neuen Tourismus-Projekts seine Hand nicht ins Feuer legen. Es werde daran gearbeitet, sagte er. www.elstertalbahn.de

Der Name App hat sich als Kurzform für eine Anwendungssoftware für Mobiltelefone beziehungsweise mobile Betriebssysteme durchgesetzt. Apps können meist über eine in das Betriebssystem integrierte Plattform, beispielsweise Google Play Store, bezogen und direkt aufs Smartphone heruntergeladen und installiert werden. Die App Voglar gibt es ab 15. August kostenlos zum Herunterladen.

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