Trafobauer bei SBG Neumark bekommen acht Prozent mehr Geld

Trafobauer bei SBG Neumark bekommen acht Prozent mehr Geld

Eine weitere Verschärfung der Tarifauseinandersetzung bei dem vogtländischen Starkstrom-Gerätebauer SBG Neumark wird es nicht geben. Wie die IG Metall Zwickau am Mittwoch mitteilte, haben sich Gewerkschaft und Geschäftsführung nach monatelangem Ringen auf Eckpunkte für einen Haustarifvertrag geeinigt. Demnach gibt es für die Beschäftigten des Trafobauers deutliche Entgeltsteigerungen. In vier Stufen steigen die Entgelte bis April 2020 um insgesamt acht Prozent. Zudem vereinbarten Gewerkschaft und Geschäftsführung für die nächsten beiden Jahre Einmalzahlungen in Höhe von jeweils 650 Euro. In dieser deutlichen, nahe an den flächentariflichen Regelungen liegenden Steigerung sieht die Gewerkschaft einen großen Erfolg, der "Vorbildcharakter für viele Beschäftigte in Firmen mit Niedriglöhnen und mit tariflosen Zuständen in der Region" habe. "Das Beispiel SBG zeigt, dass sich kämpfen lohnt", sagte Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter und Verhandlungsführer der IG Metall.

Allerdings hatten Gewerkschaft und Tarifkommission bei dem Abschluss "schmerzliche" Abstriche in Fragen der Arbeitszeitgestaltung hinzunehmen. So gelten die im Flächenabschluss geschaffenen Arbeitszeitregelungen für SBG-Beschäftigte vorerst nicht. "Das Unternehmen hat aber zugesichert, befristete Teilzeitmodelle oder die Umwandlung von Geld in freie Tage zu ermöglichen und dazu Betriebsvereinbarungen zu schaffen", informierte der Gewerkschafter. Dies solle mit der Belegschaft im Hinblick auf mögliche Forderungen in der nächsten Tarifrunde noch diskutiert werden.

SBG Neumark, mit 440 Mitarbeitern der einzige große in Deutschland produzierende Hersteller von Ölverteilungstransformatoren, wertet das Ergebnis des Abschlusses durchaus auch als Erfolg. "Es ist ein für beide Seiten schmerzhafter Kompromiss.", sagte am Mittwoch Geschäftsführer Erwin Birbacher. Die Einigung im Tarifstreit sei allerdings auch wichtig gewesen, "um Ruhe in das Unternehmen zu bringen". SBG hatte stets betont, die Einkommen der Facharbeiter lägen bereits deutlich über dem sächsischen Schnitt. Das im harten Wettbewerb und unter Globalisierungsdruck stehende Unternehmen brauche flexible Lösungen, um weiter bestehen und wachsen zu können.

Tatsächlich war die Lage in Neumark von einem harten, sich über Monate ziehenden Arbeitskampf geprägt. Nach dem Ausscheiden von SBG aus dem Arbeitgeberverband Anfang des Jahres und damit dem Ausstieg aus flächentarifvertraglichen Regelungen hatte die Belegschaft ihren Forderungen mit zwei Warnstreiks Nachdruck verliehen, zudem waren unbefristete Arbeitsniederlegungen in Erwägung gezogen worden. (gem)

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