Unterhaltsamer Streifzug durch 175 Jahre Sport in Netzschkau

Am 3. September öffnet die Ausstellung im ehemaligen Jugendclub. Mit Raritäten aus der Sammlung von Falk Naumann - und Leihgaben von Sportlern und deren Nachfahren.

Netzschkau.

Im Jahr 1844 brachten zwei Handwerksgesellen, die Gebrüder Stöckel, das Turnen nach Netzschkau. Damals konnte keiner ahnen, dass sich die Kleinstadt zu einer Hochburg des Sportes entwickeln sollte. 175 Jahre Sport in Netzschkau sind jetzt Anlass für eine Sonderschau, die am Dienstag, 3. September, 18 Uhr im einstigen Jugendklub Markt 14 eröffnet wird. Heimatforscher Falk Naumann hat sie zusammen mit der Nema-Interessengemeinschaft gestaltet.

"2019 ist ein Jahr der Jubiläen im Netzschkauer Sport", sagt Naumann und verweist auf 100 Jahre Alte-Herren-Fußball, 95 Jahre Schwimmverein und Stadtbadweihe, 70 Jahre TSV Nema Netzschkau, 65 Jahre Frauenturnrunde, Montagsturnerinnen und Kleinkinderturnen, 55 Jahre Blasorchester, 25 Jahre 1. Spatenstich für die neue Sporthalle und 20 Jahre Abteilung Volleyball. Doch das sind längst nicht alle Sportarten, die in Netzschkau betrieben wurden und werden. Fechten, Wasserball, Radball, Handball, Skispringen, Skilanglauf, Kegeln, Leichtathletik, Gewichtheben, Ringen, Tischtennis und sogar Eishockey gehören dazu.

Zu sehen sind Exponate aus der Sammlung von Falk Neumann sowie Leihgaben von Sportlern und deren Nachfahren. Historische Fotos, Dokumente, Urkunden, Medaillen, Pokale, Spielgeräte und Sportbekleidung geben Einblicke.

Ein besonderer Fokus liegt auf Netzschkauer Sportlern, die Erfolge im Leistungssport einfuhren. Der Bogen spannt sich vom Gewichtheber Gerd Bonk, der dreifacher Weltmeister war, über den Fußballer Hartmut Rentzsch, Torschützenkönig der DDR-Oberliga 1966/67, den Ringer Peter Keil, Trainer des DDR-Jugendnationalteams, den Marathonläufer Jürgen Busch, der 1968 an den Olympischen Spielen in Mexiko teilnahm, bis hin zur Turnerin Heike Hertwig, die 1981 dreifache DDR-Jugendmeisterin war, den Wasserballer Rolf-Jürgen Rössel, der mit Einheit Dresden in der Oberliga spielte, sowie Paralympics-Medaillengewinner Thomas Weiß.

Der Mono-Ski von Thomas Weiß und seine Startnummer 155 von den Paralympics 1994 in Lillehammer werden ebenso ausgestellt wie historische Spielgeräte: ein antiker Lederfußball aus den 1920er-Jahren oder ein gelber Wasserball, der die Firma Richard Zimmermann aus dem Erzgebirge in Zusammenarbeit mit dem Netzschkauer Gerhard Streller fertigte.

Details beeindrucken: Zu sehen ist ein Schwarz-Weiß-Foto, das Gerd Bonk 1972 beim Olympia-Attentat von palästinensischen Terroristen auf die israelische Mannschaft vom Block gegenüber schoss. Es zeigt Leute auf dem Balkon. Ein Schmuckstück ist der Füllfederhalter mit Goldfeder, mit dem sich König Friedrich August von Sachsen 1906 bei der Turnerschaft auf dem Kuhberg eintrug. Kurios mutet die Goldmedaille an, die Gerhard Scholz 1976 bei der DDR-Meisterschaft Gymnastik für seine musikalische Begleitung erhielt. Wohlgemerkt: Die Musik kam vom Band. Zu erfahren ist auch, warum Turner 1921 ein Bittgesuch an Gräfin Frida von Schönburg-Glauchau richteten und was es mit einem Diplom von 1926 aus den USA auf sich hat.

Die Ausstellung im einstigen Jugendklub Markt 14 ist außer am Eröffnungsabend noch im September dienstags von 9 bis 11 Uhr und samstags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

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