Uralt-Technik fasziniert Besucher

Seit 26 Jahren kommen stets mehr als 1000 Besucher in die Lengenfelder Klopfermühle, wenn der Mühlentag ruft. Viel Arbeit für Michael Klopfer und sein Team.

Lengenfeld.

Mit dem Schlauchboot auf dem Mühlgraben fahren, selbst Mehl aus einem großen Sack in eine Tüte schaufeln oder dem Knattern und Rumpeln der altehrwürdigen Wassermühle auf ausgetretenen Treppenstufen folgen - das sind die Erlebnisse, die jedes Jahr mehr als 1000 Besucher zum Mühlentag in die Klopfermühle nach Lengenfeld locken. So war es auch am gestrigen Montag. Zu fünft stemmte Familie Klopfer diesen Besucheransturm. Das Brotbacken allerdings hatte Mühlenchef Michael Klopfer dieses Jahr einem Bäcker übertragen. "Wir haben in den Jahren davor schon abends um zehn mit dem Backen begonnen", beschreibt er den immensen Aufwand. Es werde immer schwieriger Mitarbeiter zu finden - für die Mühle und damit auch für den Mühlentag.

Auch Führungen sind angesichts so vieler Leute nicht realisierbar. Stattdessen verteilen sich Sohn Michael und sein Vater Dietrich Klopfer in der Mühle und beantworten die vielen Fragen der Besucher. "Am häufigsten werde ich gefragt, was die Zahlen auf der Mehltüte bedeuten", berichtet der Müllermeister und liefert die Erklärung gleich mit. "Die Zahl sagt aus, welche Menge übrigbleibt, wenn man 100 g Mehl verbrennt. Beim Typ 550 sind das 550 Milligramm Mineralstoffe." Auch nach der Wirtschaftlichkeit erkundigen sich die Besucher. "Diese Frage stellt sich angesichts der historischen Technik, mit der wir hier arbeiten. Die Mühle ist wirtschaftlich in Zusammenhang mit dem Futtermittelhandel und dem Mühlenladen", so Klopfers Antwort.


Und natürlich ist die Funktionsweise der alten Technik immer wieder beeindruckend. Nichts Digitales, keine Funktionen, die man durch Tippen, Wischen oder Berühren eines Displays steuern könnte - und trotzdem kommt an einer Stelle Getreide in die Mühle und an einer anderes Stelle kommt Mehl heraus - das fasziniert die Menschen und lässt sie Fragen stellen.

Das Thema Wasser interessiert die Leute ebenfalls. "Was tun bei Trockenheit?" lautet ein oft gestellte Frage, auf die der Junior-Chef dieses Jahr bis jetzt entspannt antworten kann, da die Göltzsch genug Wasser führt und es keine Einschränkungen gibt. Voriges Jahr kam die wasserlose Mühlenzeit 14 Tage nach Pfingsten. "Bis zum Jahresende konnten wir keine Wasserkraft mehr nutzen und mussten elektrisch mahlen", gibt Michael Klopfer Auskunft. Aufgefallen ist dem Müllermeister, dass es dieses Jahr vergleichsweise wenig Fische in der Göltzsch gibt, vermutlich eine Folge der Trockenheit im vorigen Jahr.

Damit die beiden Müllermeister auch genügend Zeit haben, die Gäste durchs Haus zu führen und die vielen Fragen zu beantworten, mahlt die Mühle zum Mühlentag immer Roggen. "Der ist unkompliziert beim Mahlen. Man kann ihn schon mal eine Stunde allein lassen." Beim Weizen sei das anders. Der brauche ständige Beaufsichtigung.

Ersatzteile für die Mühle gibt es nicht zu kaufen, auch das erklärt der Müllermeister hin und wieder. "Es geht aber auch nicht viel kaputt", schiebt er nach und erinnert sich, dass vor längere Zeit der Antriebsmotor ausgefallen ist. "Wir hatten noch einen auf Lager. Da hat sich mein Vater schon vor 30 Jahren drum gekümmert. Es handelt sich um einen ausrangierten, aber unbenutzten Motor aus dem Bergbau, den wir frisch haben wickeln lassen", erklärt Michael Klopfer.

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